Bienvenue à l’île de La Réunion!

tobias am 21. April 2019 um 16:24

So heisst das hier auf französisch! 🙂 Pas trop compliqué, n’est-ce pas? 👀

Wie immer zunächst mal ein Link auf aktuelle Fotos: Ankunft in und Eindrücke aus Saint-Denis / Umgebung (klick mich), sowie Bilder meiner ersten Wanderung (klick mich).

Hab‘ grad nicht so viel Zeit was zu schreiben, hab‘ aber insbesondere die Bilder aus Saint-Denis kommentiert. 😉

Ein paar kurze Worte zur Wanderung 😎: war eigentlich ein Zufallstreffer. Hab‘ mir gestern einen Mietwagen genommen, weil es hier ohne nur ziemlich schwer geht…das Busnetz ist zwar eigentlich gar nicht so schlecht – aber damit kommt man nur um die Insel herum und nicht „in die Insel“; ungünstig, wenn man wandern möchte 🤨

Jedenfalls wollte ich gestern, nachdem ich mir das Auto (einen Opel Karl) geliehen habe, eigentlich zum Strand – aber da der Verkehr hier in etwa genauso übel ist wie auf Malta, bin ich auf halbem Weg abgedreht und Richtung Inselinneres gefahren. Bin dann eher zufällig bei Wanderung Nr. 1 aus meinem Wanderführer gelandet, halt nur ohne adäquate Vorbereitung (also was zum Snacken, ausreichend zu trinken und insbesondere Wanderschuhe 👀). Die relativ, leichte Wanderung ging mit meinen Birkis aber auch ganz gut, hab‘ sie dafür eine Nummer straffer eingestellt 😋

Auf dem Wanderweg gab es etwa 6 Stahlleitern zu bewältigen und für eine Handvoll Abschnitte gab es im Berg befestigte Seile, an denen man sich festhalten konnte – klingt „schlimmer“, als es war. In Deutschland würde man so einen Weg allerdings nicht finden, der wäre vor 20 Jahren schon „wegen zu gefährlich“ geschlossen worden, da es an manchen Stellen wohl ein paar hundert Meter in die Schlucht geht, ohne, dass man davor extra geschützt ist…

Hier zur Abwechselung zusätzlich zu den Bildern auch mal ein Video…atemberaubender Blick ins Matafe-Gelände, alles so grün,
schiedlich-friedlich und einfach nur schön anzusehen:

Voll praktisch…

tobias am 14. April 2019 um 04:16

…dass es so heiß ist. Denn so spart man sich den lästigen Gang zur Toilette. 😂

Man kann einfach gar nicht so viel trinken, wie man ausschwitzt. Selbst dann nicht, wenn man tagsüber im Grunde gar nichts tut, d.h. sich nicht bewegt. 40°C im Schatten sind halt einfach zu viel des Guten…🤯 Ok, wenn man zusätzlich noch in Kiran’s Rostlaube ohne Klimaanlage unterwegs ist und sich selbst der Fahrtwind bei heruntergelassenen Seitenscheiben nicht angenehm kühl anfühlt, dann macht das die Sache nicht unbedingt erträglicher. Zumal in Kiran’s Auto Kunstledersitze verbaut sind, perfekt, um nach wenigen Sekunden im eigenen Saft zu sitzen 😋

Kiran’s Rostlaube

Nun denn, mal schön der Reihe nach:

Meine – erstaunlich gute! – Unterkunft habe ich zwar am Dienstag gewechselt, aber nicht, um in einem anderen „Hotel“ (der Begriff Hotel ist ziemlich dehnbar…😇) unterzukommen, sondern um die Nacht von Dienstag auf Mittwoch bei Kiran zu Hause zu verbringen; der hat ja ein ziemlich nobles Häuschen, d.h. mehrgeschossig, geräumig, Dachterasse, 3 (!) Bäder, Garten, … einzig und allein die Klimaanlage fehlt. Die gefühlte Raumtemperatur im Haus lag so bei 30-32°C, da helfen auch die üblicherweise überall verbauten Ventilatoren wenig…die sind ohnehin einfach nur schrecklich laut und den resultierende Luftstrom empfinde ich auch alles andere als angenehm 🤐

Zu den wesentlichen Unterschieden zwischen Indien und Deutschland schreibe ich demnächst noch etwas…

Jedenfalls war ja u.a. ein „Ziel“ meiner Indienreise, die Farm von Kiran’s Eltern zu sehen – Kiran hat seit knapp 4 Jahren gefühlt jeden Cent investiert, um weiteres Land dazu zu kaufen, ein großes Regenrückhaltebecken, einen Brunnen und ein kleines Häuschen inmitten der Felder zu bauen, diverse Bäume zu pflanzen (überwiegend Mangos, Granatäpfel, Limetten, Papaya). Da Kiran erst seit Anfang dieser Woche einen neuen Job – allerdings als Selbstständiger zusammen mit ein paar Freunden – begonnen hat, hatte ich erwartet, dass wir erst am Wochenende zur Farm fahren. Praktischerweise hatte Kiran sich dann aber ab Mittwoch für den Rest der Woche „frei“ genommen, damit wir eine schöne Tour machen und das Wochenende zusammen mit den anderen Kollegen verbringen können. Am Mittwochmorgen sind wir dann aufgebrochen, angepeilt war ein Besuch bei seinen Schwiegereltern (liegt auf dem Weg zu seinen Eltern), ein Besuch bei seinen Eltern, die Besichtigung eines Weinanbaugebiets, die Besichtigung einer Einrichtung, in der „richtiger“ bzw. effektiver Anbau gelehrt wird und neue Anbaubautechniken erforscht werden, die Besichtigung seiner Farm, ein Ausflug zu 350 km entfernten 🙈 Höhlen und ein Abstecher zum Bhigwan Bird Sanctuary inkl. Bootstour zum halb im Wasser versunkenen Shri Palasnath Temple – straffes Programm für grad mal 2 1/2 Tage 👀

Umgesetzt davon haben wir tatsächlich alles außer dem Besichtigung der Höhlen – 350km für einen Weg auf den Straßen Indiens dauern normalerweise mindestens 6, eher 8 Stunden, das wollten wir uns dann doch nicht antun. Am Mittwoch wurden wir dann erstmal herzlich bei Kiran’s Schwiegerfamilie empfangen. Etwas schade war der Umstand, dass kaum jemand aus Kiran’s Elterngeneration Englisch spricht. Haben dort dann erstmal zu Mittag gegessen, um ums dort anschließend ein wenig umzusehen. Kiran’s Schwiegervater ist in der Stadt ziemlich bekannt und geschätzt, er hat unter anderem einen Preis für seine innovative und fortschrittliche Bewässerungstechnik seiner Felder bekommen. Er hat sich auch mal eine Zeit lang im Weinanbau versucht, war aber offenbar nicht so super rentabel. Außerdem ist er ein angesehener Schiedsrichter für das in Indien relativ beliebte Wrestling 🤪 Die beiden Söhne leiten vor Ort jeweils ein „Hotel“ – ein Begriff in Indien, der mit einem Hotel im Sinne einer Unterkunft in der Regel nichts zu tun hat. Mit Hotel ist schlichtweg ein Restaurant gemeint – die Info, dass Kiran zur Familie dieser „Hotelinhaber“ gehört, sollte bei unserer gestrigen Rückkehr noch zu einer beinahe gewalttätigen Auseinandersetzung führen 😱

Kiran’s Schwiegerfamilie

Nach dem Besuch bei den Schwiegereltern sind wir zusammen mit dem Schwiegervater zum Krishi Vigyan Kendra Baramati (Webseite) gefahren, d.h. der Einrichtung für Forschung und Lehre zum effektiven landwirtschaftlichen Anbau. Wie der Zufall es dann so wollte, kamen wir vorher quasi noch am „Four seasons vineyards“ (Webseite) vorbei – Kiran’s lapidare Frage „Tobi, are you interested to visit it?!“ antwortete ich mit „Well, why not? If the time allows it…“. Tja, gesagt, getan.

Four Seasons vineyard

Gut 2 1/2 Stunden später stolperte ich dann ein wenig oder vielleicht auch mehr als ein wenig angetrunken aus dem Gebäude heraus, denn zufälligerweise kamen wir recht pünktlich zum Start einer Weinprobe…😇 Eigentlich wären wir wohl überhaupt erst gar nicht auf’s Gelände gekommen, aber mit den Kontakten bzw. der Bekanntheit von Kiran’s Schwiegervater wurden uns die Türen geöffnet 👌 Ziemlich absurd war dann auch, dass an der Weinprobe u.a. drei weitere Deutsche (!) teilnahmen 🧐 Stefan war zur Zeit arbeitstechnisch in Pune unterwegs und hatte seine Eltern zu einem Indien-Besuch eingeladen…das war schon ein ziemlich unwahrscheinlicher Zufall. In Pune sieht man nämlich absolut gar keine Europäer bzw. Weiße auf der Straße, Pune hat mit Auslandstouristen schlichtweg im Grunde gar nichts am Hut und dann das! 🤣 Egal, wir hatten unseren Spaß und ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass der Wein tatsächlich hervorragend schmeckte! 👍 Außerdem war die Führung ausgezeichnet, unser Guide hat das super gemacht, war zu Scherzen aufgelegt und verfügte über eine tiefgehende Expertise – perfekt! 😎

Prost!

Anschließend ging es dann zum Krishi Vigyan Kendra in Baramati, was auch sehr interessant war. Dort wird zum einen nachhaltiger landwirtschaftlicher Anbau gelehrt, zum anderen an neuen Anbautechniken geforscht bzw. geschaut, wie andere Länder Ackerbau betreiben, um das dann ggf. zu adaptieren. Nach einem persönlichen Einführungsgespräch haben wir uns dann die diversen Einrichtungen zeigen lassen – zum Beispiel ein Labor, in welchem Bodenproben aus der Region analysiert werden, um gezielte Empfehlungen für das Düngen geben zu können. Oder verschiedene Gewächshäuser, in welchem die aus – ta da ! – Holland 🙈 importierten Methoden zum optimal effizienten Anbau von Tomaten nachgeahmt werden. Ok, optimiert heisst hier halt nicht geschmeacksoptimiert, sondern mengenoptimiert 🧐. Es gibt offenbar eine enge Partnerschaft mit einer ähnlichen Einrichtung in Holland und anscheinend beinhaltet das auch den Austausch vor Ort – unser „Guide“ war erst im Dezember noch in Holland, um sich dort „aufschlauen“ zu lassen 🙂


 

Im Anschluss daran ging es dann weiter zu Freunden des Schwiegervaters, die in der Nähe schier endlose Felder besitzen, um Weinanbau zu betreiben. Ziemlich krass, Weintrauben, so weit das Auge reicht. Haben uns dann mal ein Feld aus der Nähe angesehen und natürlich auch etliche Beeren direkt vor Ort verspeist – der wesentliche Unterschied der dort angebauten Weintrauben besteht in der Form, denn die Beeren sind hier länglich und nicht rund; geschmacklich macht das allerdings keinen wesentlichen Unterschied.
Erst vor 1 1/2 Jahren wurde ein riesiger „Kühlschrank“ mit einem Investitionsvolumen von mehreren Millionen € gebaut – dort werden tonnenweise Weintrauben gelagert, die dann in der Regel in den Export gehen. Fertig verpackt und gelabelt direkt aus dieser riesigen Kühlhalle.

Nach einem langen, aber interessanten Tag kamen wir dann gegen 10 Uhr abends bei Kiran’s Familie an – gemeinsames Abendessen und Kennenlernen. Kiran’s Eltern leben dort zusammen mit Kiran’s Bruder sowie dessen Frau und 19 Monate altem Sohn – der Sohn fand‘ mich erstmal ziemlich „gefährlich“ und fing alleine bei meinem Anblick aus sicherer Entfernung an zu Weinen…🤐 Sollte sich aber noch ändern 😛

Anschließend dann ab ins Bettchen. Wobei Bettchen bedeutete, in ein nahegelegenes Hotel zu fahren, welches Kiran’s Vater extra für mich reserviert hatte, weil er mir nicht zumuten wollte, ohne Klimaanlage und dafür mit vielen Moskitos bei ihm zu Hause schlafen zu müssen 😱 Mir wär’s egal gewesen und tatsächlich sind wir dann auch nur eine Nacht im Hotel geblieben, weil das Hotel ziemlich grausam war – und das ganze für überteuerte 14€ / Nacht! Kiran hatte sich zwischenzeitlich ziemlich angelegt mit dem Hotelbesitzer…😤 Ziemlich arroganter Typ…

Für die zweite Nacht hatten Kiran’s Eltern ihr Schlafzimmer geräumt 👀, um selbst auf dem Boden bzw. der unbequemen Couch zu schlafen – darüber war nicht zu diskutieren…🧐

Am nächsten Morgen haben wir dann erstmal Kiran’s Farm besichtigt…huiuiui, was für’n Projekt. Von dem Land, was ihm gehört, ist aktuell nicht mal 10% tatsächlich genutzt. Im Grunde sind gerade lediglich drei Felder bewirtschaftet: 1x Granatapfel, 1x Limette und 1x Mango. Die Granatäpfelbäume haben letztes Jahr zum ersten Mal Früchte getragen, die Limettenbäume sind vermutlich dieses Jahr so weit. Die Mangobäume wurden gerade erst gepflanzt, das dauert also noch ein paar Jahre…bewässerungstechnisch gibt es einen ziemlich massiven Brunnen mit einem Durchmesser von ca. 8 Metern und einer Tiefe von ca. 20 Metern und ein riesiges Regenrückhaltebecken – die Maße sind ca. 120 Meter Länge und 80 Meter Breite bei einer Tiefe von ca. 8 Metern…schöner Pool! 😋

Granatapfelbäume in der Blüte

 

Kleiner Granatapfel

 

Brunnen

 

Regenrückhaltebecken

 

Neben dem kürzlich erst errichteten Hauptgebäude der Farm war dann ein kleines Zeltdorf zu sehen, indem sich eine kleine nomadenähnliche Gemeinschaft niedergelassen hat – die tingeln quer durch’s Land und versuchen sich mit Jobs auf den Feldern durchzuschlagen…krasses Leben 👀

Tagsüber sind wir dann ins Dorf gefahren, um Kiran’s Grundschule zu besichtigen – ziemlich spartanisch alles und offenbar hat sich in den letzten 30 Jahren da auch nicht viel getan. Außerdem haben wir noch einen der Reifen von Kiran’s Auto in die Reparatur gegeben, bei dem Zustand der Straßen ist ein Plattfuß üblich – die Fahrt zu Kiran’s Heimat war schon ziemlich abenteuerlich, ca. 50 km davon waren unbefestigte Straßen…

Gravelroad! 🙂

Hab‘ mir dann tagsüber noch Kiran’s zu Hause näher angeschaut, es gibt da diverse zum Teil exotische Pflanzen/Bäume, z.B. einen Jackfruchtbaum (Jakobsfrucht), diverse Tiere (zwei Hunde, zwei heilige Kühe, eine „normale“ Kuh und zwei Kälber), einen kleinen, nagelneuen John-Deere-Trecker und neben dem eigentlich Wohnhaus ein Meditationshaus. 😊 Das klingt größer, als es tatsächlich ist – der Grundriss des Grundstücks ist geschätzt 9 Meter breit und 40 Meter lang.

Jackfruchtbaum (im Hintergrund)

 

 

Abends hab‘ ich dann noch auf einem der Felder zwei Mangobäume gepflanzt – mal sehen, wie sich die in den nächsten Jahren entwickeln!

 

Anschließend hat mir Kiran’s Bruder dann gezeigt, wie man Kühe von Hand melkt – die „normale“ Kuh gibt ca. 10-12 Liter Milch am Tag und wird jeweils morgens und abends gemolken; die heiligen Kühe geben hingegen nur 1 bis 2 Liter Milch. Sieht jedenfalls leichter aus, als es ist – in der Theorie weiß ich jetzt jedenfalls, wie es geht 🙃

 

Außerdem tauchten abends dann noch sämtliche Brüder von Kiran’s Mutter sowie weiterer Anhang auf, weil es in der Verwandtschaft einen Todesfall gab – zwei von den sechs Verwandten sprachen Englisch und fragten mich über Deutschland aus. 🙂 Außerdem stellten wir fest, dass der Google-Translator von Deutsch nach Marathi (!) (der lokalen Sprache hier im Bundesstaat Maharashtra) tatsächlich durchaus plausible Übersetzungen liefert…

Gestern Morgen war dann schon wieder Abschied nehmen angesagt – Kiran’s Neffe fand‘ das gar nicht gut, er wollte gar nicht mehr von meinem Arm weichen 😱 Kiran’s Vater kam dann noch mit einer traditionellen Kopfbedeckung namens Feta Jari um die Ecke – im Grunde ein ziemlich langer Schal mit Goldverzierungen, der dann künstlerisch wie ein Turban auf bzw. um den Kopf gewickelt wird 😃

 

Gegen 9 Uhr sind wir dann zum Bhigwan Bird Sanctuary aufgebrochen und ich spürte direkt, dass irgendwas nicht so ganz stimmte…ein leichtes Unwohlsein gepaart mit leichten Bauchschmerzen…👀

Am Bird Sanctuary gab’s jedenfalls diverse Vögel zu beobachten, insbesondere aber Flamingos – als wir gegen 11 Uhr dort angekommen waren war mein Zustand nicht unbedingt besser geworden, immerhin bin ich ja zwei Stunden lang gut durchgeschüttelt worden. Da der Ausflug mit einem der niedlichen Bötchen auf dem Fluss ca. 3 Stunden in Anspruch nehmen würde, wurde erst noch ein kleiner Snack gereicht – von dem hab‘ ich nur ein paar Löffel runterbekommen, da mir einfach nicht nach Essen zumute war. Nach ca. 1 1/2 stündiger Fahrt in der prallen Sonne bei 40°C erreichten wir das Ziel des Ausflugs, den Shri Palasnath Temple – ein Tempel aus dem 11. Jahrhundert (! 😱), der aufgrund des Baus des Staudamms vor einiger Zeit überschwemmt und zum Teil zerstört wurde 🙄 Seitdem liegt er in der Trockenzeit (also jetzt) zum Teil unter Wasser, während er bei der Öffnung des Staudamms in der Regenzeit komplett Unterwasser liegt…sehr schade für so ein feines antikes Bauwerk 🤐

Unser Boot

 

Neben dem Tempel war der Anblick der vielen verschiedenen Vögel auch ziemlich interessant – anzusehen, wie die Scharen von Flamingos losfliegen, ist sehr erstaunlich, da sie geschätzt die ersten 10 bis 20m auf dem Wasser laufen, um dann in die Flugposition überzugehen. Sehr schön sind auch die rosa Flügel und die Eleganz, mit der sie dann durch die Luft gleiten 😍
So zu 100% genießen konnte ich das alles leider nicht – denn als wir uns nach dem Tempelbesichtigung auf den Rückweg machten, wurde mein Unbehagen größer und größer…und mündete ca. eine halbe Stunde später darin, dass ich das Flüsschen um meinen Mageninhalt bereicherte 😳 Das Gute daran war, dass es mir direkt danach deutlich besser ging und das Thema damit dann auch schon mehr oder weniger erledigt war. Hab‘ mich abends dann essenstechnisch ein wenig zurückgehalten und damit hatte sich die Sache dann 🙂

Ach ja: kurz bevor wir auf dem Rückweg zu einem weiteren Zwischenstopp bei den Schwiegereltern aufliefen stand auf einmal das Lenkrad trotz Geradeausfahrt auf 10 Uhr – Plattfuß! Ist uns quasi direkt vor dem Hotel von einem von Kirans Schwager aufgefallen…schräg gegenüber war praktischerweise auch ein Reifenhändler. Kiran ist dann rübergelaufen und kam kurz darauf etwas irritiert und verärgert zurück – der nette Reifenhändler meinte, Kiran solle doch bitte den Reifen selbst demontieren und rüberbringen – das nenn‘ ich mal Service! Als wir das Auto dann aufgebockt hatten und den Reifen im Grunde schon halb gewechselt hatten – zum Glück hatte Kiran zwei Tage vorher den anderen platten Reifen reparieren lassen 😅 – kam der Reifenfritze dann doch noch rübergelaufen. Zitat: „Ich wusste gar nicht, dass du hier mit den Leuten verwandt bist und aus der Gegend kommst. Dann hätte ich dir natürlich direkt geholfen…“ Kiran war über diese Aussage ziemlich sauer und als der Reifenhändler ziemlich vehement darauf bestand, den Reifenwechsel zu Ende bringen zu wollen, ist Kiran ziemlich ausgerastet, hat den Typen ziemlich zur Sau gemacht und ist dabei fast handgreiflich geworden; mir wurde unterdessen ein frischer Mangosaft aus dem Hotel gereicht ☺
Etwas „unglücklich“ war, dass wir erstmal an den im Kofferraum befindlichen Ersatzreifen rankommen mussten; zu Beginn der Rückfahrt hatten wir nämlich noch gescherzt, dass es „cool“ wäre, wenn wir einen Plattfuß bekämen, denn der Kofferaum war randvoll – u.a. mit einem 70 KG-Sack an Weizen, welches wir aus Kirans Heimat mitgenommen hatten 😂

Welcome to IncredibleIndia

tobias am 9. April 2019 um 21:22

नमस्कार (namaskar) – Hallo aus Indien!

(wie immer der Link zu den Bildern -> hier klicken!)

So! Nach meinem gut 7-stündigen Flug von Hongkong nach Mumbai bin ich in der Nacht auf den vergangenen Freitag in „Incredible India“ angekommen. Die Zeitverschiebung nach Deutschland ist mit nunmehr 3.5 Stunden überschaubar 😉

Der Flug war ziemlich angenehm – ich genoss den Luxus, direkt an den Türen zu sitzen, so dass ich volle Beinfreiheit hatte. Außerdem saß neben mir eine nette Amerikanerin, die ich ehrlich gesagt zunächst aufgrund ihrer Gestresstheit mit ihrem Handgepäck nicht besonders sympathisch einschätzte. Das änderte sich aber schnell, als wir uns unterhielten – sie war gut 60 Jahre jung und erzählte u.a., dass sie für eine amerikanische Airline arbeiten würde und schon seit jeher extrem viel gereist ist und die Millionen-Flugkilometer-Marke schon lange geknackt hat 🧐😱

In Indien selbst wurde ich dann von Sanjay begrüßt, meinem Taxifahrer für die ca. 3-stündige Fahrt von Mumbai nach Pune, den mein ehemaliger Kollege Rohit für mich organisiert hat. 🙂 Rohit meinte, es wäre zu gefährlich, wenn ich mir selbst eine Taxi organisieren würde…👀🙈

Bzw. eigentlich begrüßt wurde ich erstmal von folgendem:

Am Flughafen gab es sogar zwei verschiedene Schalter, einen für Taxis für Frauen und einen für Männer….soviel schon mal zu dem Thema 🙄

Nun ja…die Fahrt nach Pune war dann schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf den verrückten Verkehr hier, obwohl die Fahrt ja mitten in der Nacht war, da ich ja um ca. 1 Uhr nachts gelandet bin. Trotz der Uhrzeit waren die Straßen zum Teil ziemlich voll und dass sich hier niemand großartig an die Verkehrsregeln hält wusste ich ja schon von meinem ersten Besuch 😇 – vermutlich würde der Verkehr aber auch vollends zusammenbrechen, wenn sich alle brav an die Regeln halten…🤐

Hier mal ein kleiner Eindruck:

Um kurz nach 4 Uhr nachts kam ich dann also in meiner Unterkunft an – ca. 55m² für nen 10er pro Nacht ist für indische Verhältnisse zwar noch nicht das absolute Megaschnäppchen, aber ich find’s ganz angemessen; sehr leckeres, homemade Frühstück ist auch inklusive (siehe Bilder oben) 😋 Ein Dorm mit 4 oder 6 Betten hätte mich umgerechnet so ca. zwei bis drei € gekostet 🧐

Ich war dann am Wochenende mit den verschiedenen Kollegen (Rohit, Sagar, Kiran, Utkarsh, Siddesh) was Essen & Trinken, hab‘ noch ein wenig was von den Feiern zum neuen Jahr mitbekommen („Chaitra Sukhladi“, in manchen Regionen wird das als neues Jahr gefeiert, vgl. Fotos) und wir haben dann eine Art Museum besucht, wo zu sehen ist, wie das typische Dorfleben in Indien aussieht (vgl. Fotos). „Interessant“ war, dass der Eintrittspreis für die Einheimischen 50 Rupien beträgt (also umgerechnet ca. 65 Cent), für Touristen aber das Dreifache verlangt wird…nicht die Welt, aber so macht sich Incredıble!ndıa nicht beliebter 😉

Am Sonntag waren wir so verrückt und haben eine Wanderung gemacht – verrückt insofern, als dass es sich bei den momentanen Temperaturen um ca. 40°C nur so mäßig wandern lässt…zum Glück kühlt es sich nachts ziemlich stark ab, auf ca. 25°C. Wir haben uns dann am Sonntagmorgen um 6 Uhr auf den Weg gemacht und die kleine Burg, zu der wir gelaufen sind, war total schön gelegen, man hat von dort aus einen fantastischen Ausblick. Leider bin ich halt zur falschen Jahreszeit hier, von Mitte März bis September ist es hier ca. 40°C warm und Regen ist auch ziemlich Mangelware – wer mal sehen möchte, wie die Burg („Tikona Fort“) im Winter aussieht, guckt sich am besten mal ein paar Bilder bei Google Maps (hier klicken) an. Ziemlich schön, finde ich! 😎

Hab‘ außerdem hevorragend bei der Familie von Rohit gespeist und seine Tochter Atvika fängt nach einem Tag Gewöhnungsphase auch nicht mehr direkt an zu weinen, wenn sie mich sieht – im Gegenteil. Sie ist fast 5 Jahre alt und lernt im Kindergarten tatsächlich deutsch, also haben wir zusammen das ABC gesungen 😊

Etwas unglücklich ist, dass die Kollegen hier ziemlich verteilt sind und Pune halt eine ziemlich große Stadt ist – werde daher heute Abend die Unterkunft wechseln, um näher bei Kiran zu sein, da wir in den nächsten Tagen zu seinem Heimatort fahren. Er hat in den letzten Jahren die Farm seiner Eltern ziemlich krass vergrößert und z.B. ein riesiges Regenrückhaltebecken gebaut – ich bin gespannt. 👀

PS: Hab‘ vorgestern Abend mein erstes Street Food genossen, gefüllte Crêpes. Yummy! 🙃 Bisher hab‘ ich alles bestens vertragen, d.h. die „Risikobereitschaft“ steigt 🤣

PPS: „Leider“ benötigt eine Reise ja auch immer ein gewisses Maß an Planung. Ungeplant zu reisen ist zwar schön, manchmal aber unpraktisch. Für La Réunion plane ich ja, die ein oder andere Couch bei den Einheimischen zu finden, aber das geht in der Regel halt nicht sooooo kurzfristig, wie ich bisher geplant habe. Daher hab‘ ich gestern ein paar Couchsurfer angeschrieben und auch schon eine positive Rückmeldung erhalten – Fabienne holt mich nächste Woche am Dienstag am Flughafen ab und ich und bleibe voraussichtlich bis zum Wochenende bei ihr 👌

Honkidonki

tobias am 5. April 2019 um 21:24

So! Zeit für ein Update!

Zunächst mal Fotos aus Hongkong! (hier klicken)

Eigentlich wollte ich ich gestern die Wartezeit am Flughafen für meinem Weiterflug von Hongkong nach Mumbai dazu nutzen, was zu Hongkong zu schreiben, aber dann wurde ich von einer Kanadierin (Shevon) angequatscht, so dass ich „leider“ nix schreiben konnte 😉

Also, bevor ich was zum verrückten Indien schreibe, erstmal was zu Hongkong. Nachdem meine ursprüngliche Reiseroute von Brisbane über Singapur nach Pune ja gecancelt wurde, musste ich ein paar Alternativflüge buchen. Da mein Bruder mir zum einen dringend von Singapur abriet (Zitat „langweilig“ und „sackteuer“ 🤐) konnte ich nach wie immer unkomplizierter Rücksprache mit meinen Reiseagenten von STA-Travel am Rudolfplatz in Köööööln  einen Alternativweg über Hongkong finden und wenn man schon mal da ist, kann man ja auch zumindest mal in Hongkong reinschnuppern.

Tja, was soll ich sagen? Es war auf jeden Fall einen Besuch wert. 😇 Viele verschiedene Eindrücke trotz des nur sehr kurzen Aufenthalts von effektiv 1 1/2 Tagen. Eine bunte Mischung aus positiven und negativen Dingen…ich fang‘ mal bei den positiven Dingen an:

Erstmal wäre da die mir unbekannte (chinesische) Schrift zu nennen – nicht identifizierbare Schriftzeichen sind vielen ja z.B. aus Griechenland bekannt, mich hat das im ersten Moment mehr an die Schrift Devanagari aus Indien erinnert. Das Meiste in Hongkong ist allerdings zweisprachig beschildert (kantonesisch (also chinesisch) und englisch), was die Orientierung natürlich vereinfacht, im ersten Moment aber komisch wirkt…

Dann wäre da die Sauberkeit zu nennen – obwohl Hongkong fast das am dichtesten besiedelte Land der Welt ist, ist es auf den Straßen alles andere als unordentlich oder gar dreckig; ich komme später bei den negativen Dingen dazu, warum das so ist 👀 Da kann sich Köln zum Beispiel eine Scheibe von abschneiden 😉

Für die Angsthasen unter uns sei angemerkt, dass man sich in Hongkong jederzeit sicher fühlt und tatsächlich auch sehr sicher ist; es gibt im Gegensatz zu wohl fast jeder anderen Großstadt keine gefährlichen Gegenden oder Straßen und auch abends/nachts fühlt man sich überall sicher – liegt sicher auch daran, dass es nirgendwo wirklich dunkel ist und dass immer viel los ist (außer morgens zwischen ca. 4 und 9 Uhr, da sind die Geschäfte geschlossen und man ist fast mutterseelenallein auf der Straße 😊).

Außerdem sind die Hongkonger ein sehr höfliches, hilfsbereites aber auch zurückhaltendes Völkchen, was vermutlich für viele Asiaten gilt.

Das kulinarische Angebot ist ebenfalls sehr üppig, was für so eine große Stadt natürlich nicht allzu sehr überrascht 😉

Absolut überragend ist der ÖPNV, insbesondere ist hier die Metro hervorzuheben: die Bahnen fahren im Minutentakt, 99.9% der Bahnen fahren pünktlich (!), man kann in den Bahnen und den Bahnstationen vom Boden essen, das Ticketsystem ist leicht verständlich und neben den Bahnen (ausschließlich unterirdische Stationen) sind auch viele der dorthin führenden Fußgängerwege unterirdirsch mit gefühlt jeweils 10 verschiedenen Ausgängen pro Station – das klingt erstmal unübersichtlich, aber dank guter Beschilderung ist auch das super 🙃 So kann man sich viel Stress sparen, denn über der Erde ist es voll, laut und eng…was mich zu den negativen Dingen bringt.

Vielleicht bin ich aufgrund der Stadtführung „der etwas anderen Art“ ein bisschen „biased“, also voreingenommen bzw. möglicherweise auch unfair, aber auch unabhängig von der Führung fällt es einem in Hongkong doch sehr schnell ins Auge, dass die Schere zwischen Arm und Reich ziemlich auseinander geht; es ist zwar nicht ganz so offensichtlich wie z.B. hier in Indien, wo die feinsten Gebäude neben irgendwelchen Wellblechhütten stehen. Dennoch muten viele der Wolkenkratzer in Hongkong ziemlich heruntergekommen an, während viele andere Gebäude state-of-the-art sind; ein Blick auf die Straße verrät ähnliches: BMWs, Mercedes, Teslas, Porsches, Lamborghinis und Ferraris neben den Autos „der kleinen Leute“. Tuk-Tuks (also Autorikschas) hab‘ ich allerdings nicht gesehen, dafür ist Hongkong zu „fein“ 😉

Dieser Eindruck wurde durch die im Hostel beworbene gratis-Tour durch einen Stadtteil Hongkongs schnell bestätigt – hier gibt es ein paar „offizielle“ Infos zur Kowloon Free Tour in Hongkong. Die Tour versucht mal etwas hinter die Kulissen zu blicken und zeigt ziemlich ungefiltert, wozu der doch rigorose Kapitalismus führen kann – insbesondere hervorgehoben wird die unglaubliche Situation auf dem Wohnungsmarkt. Wer denkt, dass die Immobilienpreise bei uns in Deutschland extrem sind, der sollte mal folgendes Foto anschauen:

Unser Guide Martin zeigt dort gerade auf eine 574 Square-Feet große Wohnung (also etwa 54 m²), die für 20.000 Hongkongdollar (letzte Zeile, 2 皮 (das kantonesische Zeichen pèi 皮 bedeutet 10.000) vermietet wird – umgerechnet also ca. 2,250€. Und das bei einem Durchschnittseinkommen von ca. 1.500€/Monat, was allerdings aufgrund der vielen Superreichen ein eher theoretischer Wert ist.

Interessant ist auch das Schild auf Position B2 (Jürgen von der Lippes Geld oder Liebe lässt grüßen! 😅), d.h. 327 Square-Feet (ca. 30m²) für 4.980.000 HK-$, also umgerechnet mehr als eine halbe Million €. 😱

Wozu das führt? Zu verschiedenen Dingen. Manche Leute nehmen gleich mehrere Jobs an, um sich noch so eine Wohnung leisten zu können. So sieht man auch viele verzweifelte alte Menschen, die den Müll, der sonst eigentlich auf den Straßen landet, aufladen und ihn weiter verwerten. Andere wiederum treibt es dann raus aus der Stadt und weitere hausen dann mit der ganzen Familie auf engsten Raum, wie hier beispielhaft zu sehen ist:

Etagenbett in einer 3x3m-„Wohnung“:

„Küche“ auf der gegenüberliegenden Seite:

„Wo ist denn das Bad?“, mag manch einer sich fragen…die Antwort ist, es gibt keins. Die nächste öffentliche Dusche ist ja „nur“ 1.5km entfernt. 🧐 Immerhin gibt es ein Gemeinschaftsklo auf dem Flur…🙄

Für den gemeinen Rucksackreisenden ist das nicht unbedingt erschreckend, die Hostels sind oftmals ähnlich „großzügig“, was das Raumangebot angeht – aber so dauerhaft leben? Auf solch einem knappen Raum? Jeden Cent, den man verdient, für so eine Unterkunft ausgeben? 👀 Letztendlich bezahlt auf diese Art mal wieder der „kleine Mann“ das Leben der Reichen & Schönen, denn mit Immobilien lässt sich halt prima Geld verdienen…ich hingegen fühle mich hier grad in Indien in meinem knapp 50m²-Apartment für gut 10€/Tag wie ein König…

Geht noch schlimmer? Sicher! Das Ganze wird noch „getoppt“ von den berühmt-berüchtigten Cage-Homes:

Eine pure Wohlfühloase, hm?! 🤐

Erstaunlich ist durchaus, dass diese Tour immer noch in der Form stattfindet…neben dieser Seite haben wir auch noch etwas weniger fragwürdige, aber dennoch diskutable Dinge gesehen, zum Beispiel den sogenannten Goldfish Market, auf dem sämtliche Tiere (Hundewelpen, Katzen, Schildkröten, …, Fische diverser Art und natürlich auch Goldfische) feilgeboten werden – wer’s mag. Natürlich für „Glückspreise“, die stets auf einer 8 enden, da die 8 in China als Glückszahl angesehen wird (die 4 ist im Übrigen ihr Gegenteil, daher findet man auch häufig in Gebäuden keine Etagen die die Nr. 4 enthalten).

Eine „interessante“ Happy Hour und den Umgang damit habe ich dann später abends auch noch erlebt. Normal wäre ja, wenn die Preise zur Happy Hour etwas geringer sind. In der Bar, in der ich war, waren die Preise zur Happy Hour (von 12 Uhr nachts bis 9 Uhr abends) nicht nur um ca. 70% (!) reduziert, sondern es gab obendrauf noch ein zweites Gratis-Getränk auf jedes beliebige Getränk, was man bestellte. Noch besser: man konnte die Happy Hour sozusagen im Voraus nutzen, d.h. man kann z.B. um halb 9 abends einfach schon mal 5 Bier auf „Halde“ ordern – die werden dann auch nicht gleichzeitig serviert, sondern schön der (Trink-)Reihenfolge nach. D.h. in Summe 10 Bier um für den Preis von 5 Bier und dann auch noch um 70% reduziert – das garantiert einen guten Kater am nächsten Morgen…🙈 Prost! 🤪

So, reicht dann mal für’s Erste, auch wenn ich durchaus noch „Stoff“ hätte 😋

Autofahren kann ganz schön anstrengend sein…

tobias am 1. April 2019 um 22:35

(vorab wie immer Bilder: Sunshine Coast (klick mich), Bundaberg (klick mich), Ceddar Creek Falls (klick mich) sowie Brisbane 2 (klick mich))

…denn gut 2.000 km gab es in den letzten Tagen von Cairns nach Brisbane zu überwinden. Und das bei einem Tempolimit von 100 bzw. 110…da fühlt man sich so ähnlich wie auf den Autobahnen in den Niederlanden.

Mit dem wesentlichen Unterschied, dass die beiden Fahrstreifen hier normalerweise nicht durch eine Mauer getrennt sind und es gefühlt alle 5 bis 10 km eine kurze doppelte Fahrspur gibt, auf der man die Drängler, die nicht Strich 100 km/h fahren, sondern 101 km/h (das aus Deutschland bekannte „Elefantenrennen“ lässt grüßen) überholen lassen kann…🧐

Ziemlich ermüdend das Ganze, was es dann gleichzeitig auch relativ gefährlich macht 👀

Nicht umsonst findet man ständig Schilder wie diese hier:

 

Hilft aber auch nur bedingt…

Immerhin haben sich die Aussies etwas gegen die Einfältigkeit auf den Straßen einfallen lassen, z.B. ein paar einfache „Spiele“, damit das Gehirn nicht ganz abschaltet:

Erst so richtig nervig wird so eine Fahrt dann, wenn das Auto keinen Tempomat mit bringt – was bei mir natürlich der Fall war 😱 Bis ich meinen rechten Fuß mal so zwischen Bodenblech und Gaspedal eingeklemmt hatte, so dass das Auto schön konstant 100 km/h fuhr, brauchte ich einige Anläufe…und nichtsdestowenigertrotz fühlt sich mein rechtes Fußgelenk jetzt irgendwie „krumm“ an, obwohl ich zur Entlastung zwischendurch auch mal den linken Fuß benutzt habe 🤐 Das Durchschnittstempo pendelte sich bei den 2.000 km tatsächlich bei ~88 km/h ein – also in etwa das Durchschnittstempo, was man auf deutschen Autobahnen ohne Tempolimit an „guten“ Tagen erreichen kann 😇

Naja…soviel jedenfalls zur Romantik, die elendig langen Strecken (insbesondere durch’s Outback) seien was besonderes…ja, sind sie wirklich – besonders ätzend. Nun ja, hab’s ja überstanden…alternativ hätte ich auch den Bus nehmen können, der braucht aber ungefähr doppelt so lange (weil er an jeder Milchkanne anhält) und ist dabei ca. doppelt so teuer; Sprit ist hier ja quasi umsonst (ca. 0,80€/L) und die Miete für das Auto lag bei nicht mal 16€/Tag…👀

Abgesehen davon konnte ich den gestrigen Nachmittag dann noch an (und in) der Sunshine Coast (lag ja auf dem Weg) verbringen, war natürlich an einem Sonntag Nachmittag ziemlich beliebt 😋 Bin dann abends noch bis nach Brisbane weitergefahren, um hier bei einem Freund meines Bruders, Steve, im megahippen Viertel „West End“ für 2 Nächte unterzukommen (vgl. Fotos aus dem Album „Brisbane 2“) 😎 Erinnert mich irgendwie an das Ehrenfeld aus Köln, weit und breit kein „normaler“ Laden in Sicht 🧐

Steve hat mir übrigens gerne die hippsten und coolsten Ecken des Viertels gezeigt – trotz heutiger Aufnahme seines neuen Jobs, der offenbar einiges an Vorbereitungszeit benötigt (er ist Dozent) 👌 Ist schon eine andere Erfahrung, wenn man ein paar Locals um sich herum hat…einen Seitenhieb auf die ewiggestrigen Neuseeländer konnte er sich z.B. nicht verkneifen 😇

Heute habe ich dann tagsüber nach der Rückgabe meines Autos noch ein bisschen Brisbane-„Sightseeing“ gemacht, d.h. botanischer Garten, dann bin ich mit einem günstig und unkomplizierten Leihrad ein bisschen herumgeradelt und war noch in den verschiedenen kostenlosen Museen. 😀 Davon kann man sich in Deutschland durchaus eine Scheibe abschneiden, was man hier (und auch in Neuseeland) für umme in den Museen so geboten bekommt…😊

Und wieder mal hat es nicht lange gedauert, um mit dem ein oder anderen ins Gespräch zu kommen…z.B. dem augenscheinlich ursprünglich indischen Trio (Mutter, Vater & Sohn), die tatsächlich aus der nördlichen Gegend des Punjab kamen und hilfe- und ratsuchend an der Fahrradverleihstation standen, woraus sich ein nettes Gespräch ergab 🙂 Keine Ahnung, wie ich es schaffen soll, auf meiner Indien-Reise deren ganzen Vorschläge, was ich unbedingt sehen muss, einzubauen 😂
Oder die junge zweifache Mutter aus Deutschland, die bereits seit 10 Jahren in Australien wohnt, kürzlich aber erst nach Brisbane gezogen ist und es kaum mehr hinbekommen hat, zwei Sätze auf deutsch zu sprechen, ohne direkt wieder ins Englische abzudriften…

Morgen früh geht’s dann zum Flughafen, um mich auf den Weg nach Indien zu machen, wo ich aber erst im Laufe des Freitags eintrudeln werde…die (Ex-)Kollegen erwarten mich schon 🙃

Ein Traum von Strand, Reiseplanänderung und Foootoooos!

tobias am 28. März 2019 um 17:07

Ich hab‘ mal wieder einige Fotos hochgeladen. Die Whataroa-Story muss aufgrund von Zeitmangel noch ein wenig warten, genau wie ein detaillierterer Erlebnisbericht der letzten Wochen…

Also, bin ja mittlerweile in Airlie Beach angekommen – das ist einer der Hotspots in Australien, um von dort aus Ausflüge zum Great Barrier Reef zu unternehmen. Das hab‘ ich dann gestern auch gemacht – mit einem von zwei jeweils 500 PS starken Motoren angetriebenem Böötchen…alleine das wäre es schon wert gewesen.
Damit ging es dann erst zum Schnorcheln am Reef und anschließend zur Whitsunday Island…viele Fotos von der Tour gibt es hier (klick mich), hier ein paar zum Teasern:

😍😍😍

Das hatte wirklich Postkartenformat…wahnsinnig schön! Der Quarzanteil am Sand ist größer als 99% – extrem fein und trotz „Bullenhitze“ überhaupt nicht heiß, sondern schön angenehm lauwarm…durch seine Konsistenz erzeugt er beim drüber „schlurfen“ auch schönes quietschiges Geräusch! 😎

Ausserdem gab’s in dem badewannenwarmen, seichtem Wasser am Whitehaven Beach viele Fische zu sehen – und vermutlich habe ich auch wohl einen kleinen Baby-Zitronenhai gesehen 😋

Cool war auch das vorangehende Schnorcheln – neben den vielen z.T. sehr bunten Korallen konnte ich auch ziemlich viele bunte Fische aus nächster Nähe bestaunen – also solche, die man normalerweise nur aus irgendwelchen Aquarien kennt. Schade, dass schon so viele Korallen dort abgestorben sind, ist abschnittsweise ein grau in grau…

Ansonsten gib’s noch ein paar neue Alben:

  • Meine Unterkunft in der Nähe von Airlie Beach (klick mich)
  • Fotos vom Weg vom Flughafen in Cairns nach Townsville (klick mich) und
  • Fotos von meinem Kurzbesuch in Townsville (klick mich)

Und zu guter Letzt noch eine Änderung des ursprünglichen Plans, am Sonntag weiter Richtung Indien zu fliegen…der Flug dorthin wurde ersatzlos gestrichen, die indische Fluggesellschaft Jet Airways hat wohl mit finanziellen und sicherheitsrelevanten Problemen zu kämpfen…also fliege ich jetzt voraussichtlich erst am kommenden Dienstag weiter, lege dann noch einen Zwischenstopp in einer Stadt ein, die bisher noch so gar nicht auf dem Plan auftauchte und dann geht’s von dort aus am Donnerstag weiter nach Indien…hab‘ die Seite „Reise“ -> „Route“ entsprechend aktualisiert…🙈

Ein typischer Tag…

tobias am 24. März 2019 um 16:14

…geht z.B. so – ich fange mal spätnachmittags an:

1. Was zu essen fassen (je nach Unterkunft was kochen, was kaufen oder Diät 😇)
2. Unterkunft (Campingplatz, Hostel oder Hotel) suchen, ggf. buchen und hinfahren
3. Für die Nacht fertig machen, angefangen mit Zähne putzen und dabei kreuz & quer – wo auch immer man ist – durch die Gegend laufen

  • im PKW: Klamotten (um)sortieren, Rückenlehne flach stellen, Kopflampe griffbereit haben, Schuhe sinnvoll verstauen, Schlafsack & ggf. Kissen platzieren, Reiserucksack in eine freie Ecke schieben, Auto von innen abdunkeln (ach nee, geht ja gar nicht), Auto abschließen (ach nee, nicht notwendig), Lesen/schlafen. Mist, eBook-Reader/Handy im Handschuhfach (oder wo auch immer) vergessen -> nochmal umständlich nach vorne kraxeln, … 😊
  • im PKW mit Zelt: Zelt aufschlagen, alles Notwendige ins Zelt packen -> in der Nacht aufwachen -> ins warme Auto umziehen 😎
  • im LKW (aka Mitsubishi Pajero 🙈): Kofferraum zum Schlafraum umbauen, d.h. je nach Wetter im Auto nach hinten kraxeln, Rückbank umklappen, angesammelten „Müll“ u.ä. zur Seite schieben, Schlafsack ausbreiten, danach siehe „PKW“

ggf. Wecker stellen und ganz wichtig die Brille an einen leicht zu merkenden Ort ablegen

4. Schlafen (mit „Zwischenstopps“, weil es zu kalt ist (Zelt), zu kalt ist (PKW), man auf der glatten Liegefläche in Kombination mit der glatten Oberfläche des Schlafsacks in eine unbequeme Schlafposition gelangt (LKW), es regnet, die Nachbarn zu laut „reden“, die Vögel krach machen, …)
5. von der Titelmelodie von Pippi Langstrumpf geweckt werden (neuerdings von Zirkus Renz, Grüße an Fab!)
6. den ggf. gestellten Wecker nochmal ausmachen
7. den ggf. gestellten Wecker nochmal ausmachen
8. nun aber wirklich versuchen, aufzustehen (nur bei ggf. gestelltem Wecker)
9. Aufstehen -> Handy checken -> ach nee, stimmt ja, wieder kein Empfang in der Pampa 😂
10. Punkt Nr.3 rückwärts abarbeiten (wird immer mal wieder nicht allzu konsequent durchgeführt, damit man sich am nächsten Tag wieder über diesen Punkt ärgern kann 😋)
11. Frühstücken (yum yum, lecker Puffbrot! 😍🙄). Smalltalk mit den Nachbarn halten oder mit den Leuten, die einem in der Küche des Ho(s)tels über den Weg laufen.
12. Zähne putzen! Je nach Unterkunft: Keine Dusche, kein gar nix (ergo: Dusche aus der Dose und die „Frisur“ notdürftig richten) – höchstens dann noch das Klo benutzen, hier gibt es verschiedene Varianten: das gute alte Dixi, das Plumps…ach ne, lassen wir das lieber 😋
13. Losfahren
14. Aktivität machen bzw. was nettes anschauen
15. Plan für den kommenden Tag „entwickeln“

Wieder bei 1. anfangen

Fotos aus Brisbane, Melbourne und von der Great Ocean Road

tobias am 22. März 2019 um 01:59

Au wei.

Ich komm‘ gar nicht dazu, zu meinen einzelnen Station was zu schreiben. Ein Highlight jagt das nächste…

Erstmal die Links zu den vieeeeeeeeelen Bildern aus

Aaaaaaaaaaalso. Nach meinem Flug am Montag (18.03.) von Brisbane nach Melbourne hab‘ ich mir einen Wagen – eigentlich Kompaktklasse, also was Golf-mäßiges – gemietet, um damit die Great Ocean Road abzufahren.

Bekommen hab ich das hier:

Also einen Mitsubishi Pajero Sport, 2019er Modell, 6.900km gelaufen, Diesel, 181 PS, 8 Gang Automatik mit Schaltwippen. Tja…was soll ich sagen…irre groß dieses Ding, irre schwer, ziemlich unübersichtlich und mindestens 100 PS zu wenig für mehr als 2 Tonnen Leergewicht 🤐. Dann noch eine „konventionelle“ Automatik, die niemals das tut, was man selber tun würde – bei 8 Gängen schaltet das Ding schlichtweg wie verrückt hoch und runter. Aber gut, dafür gibt’s ja die Schaltwippen 🙃
Aufgrund des Allradantriebs und des schlafraumartigen Kofferraums aber dennoch die bessere Alternative zur Golfklasse 😋

(Übrigens, schon gewusst? In Neuseeland gibt es eine distanzabhängige Dieselsteuer. Ca. 7 NZ-$ pro gefahrenen 100 km, also knapp 4.20€ pro 100 km (!). Und noch was: 1 Liter Benzin kostet hier in Australien umgerechnet aktuell 0,75€, 1 Liter Diesel 0,92€ 🧐; in Neuseeland waren es 1,33€ für den Liter Benzin…)

Also…Auto passt, die Great Ocean Road ist sehr spektakulär, allerdings spielt das Wetter nicht mit – Dauer(niesel)regen, Wolken und Nebel ohne Ende, Sichtweite z.T. weniger als 50m. Schade! Ich hatte vier Tage für die Great Ocean Road eingeplant, aber nur am Dienstag Abend war es bei den ’12 Aposteln‘ für zwei Stunden zum Sonnenuntergang hin klar. Ansonsten feinste Suppe, wie aus dem bergischen Land nur allzu gut bekannt…🙄 Naja, hat ja auch irgendwie seinen Reiz…😉😛

In der Navigation rechts könnt ihr übrigens unter Seiten -> Reise -> Route -> Great Ocean Road nachvollziehen, wo ich mich hier so an der Great Ocean Road so rumgetrieben habe 👀

Morgen geht’s dann wieder zurück nach Melbourne – Fahrzeug zurückgeben, Unterkunft suchen finden, hoffentlich noch eine Karte für morgen Abend für’s Cricket vor knapp 100,000 Zuschauern ergattern, das restliche Wochenende in Melbourne „herumkriegen“ 🤣 und am Montag dann den Flieger nach Cairns nehmen, um von dort aus – abermals – mit einem spottbilligen Mietwagen (95€ für eine Woche all inkl. 🤥) die Ostküste nach Brisbane mit einem langen Zwischenstopp in Airlie Beach runterzufahren (gesamt ca. 1,600km 😳), von wo aus ich dann prima Ausflüge zum Great Barrier Reef unternehmen kann. Leider ist auch hier die Wettervorhersage seeeehr bescheiden – warm (ca. 30°C), aber Reeeeeeeeeeeeeegen. Grmpf! 😴

Am Sonntag (also dem 31.03.) muss ich das Auto dann in Brisbane am Flughafen abgeben, um dann in den Flieger nach Indien zu steigen, für das ich bisher nur vage Ideen, aber keine konkreten Pläne habe 🙈
Aber ich verlasse mich einfach mal darauf, dass meine (Ex-)Arbeitskollegen mit einem perfekt ausgetüftelten Plan aufwarten 😂😎

So long…

PS: Ich hatte übrigens mal gedacht, dass es nicht uninteressant wäre, wie so ein mehr oder weniger typischer Tag aktuell aussieht…beschreibe ich in Kürze mal…

Hotel Whataroa – zweiter Teil

tobias am 20. März 2019 um 02:36

Sitze grad im Flieger nach Melbourne und versuche die Zeit mal sinnvoll zu nutzen – die Sitznachbarn machen keinen besonders gesrpächigen Eindruck 😉
Zum Fallschirmsprung hab‘ ich mich ja schon hier geäußert. 🙂 Kann man schon mal machen – durchaus wiederholungsbedürftig! 😉 (warum ist mir grad bloß „zufälligerweise“ die Broschüre von skydive.com.au in die Hände gefallen? 😇 Am Great Barrier Reef sind die Sprünge sogar noch deutlich günstiger…😋)

Nun ja – zurück also zum Hotel Whataroa…es ist also Freitag, Tag 2 im „Hotel“. Ich komme nach einer kleinen Wanderung mit Katrina im Nirgendwo am Lake Wahapos selig vom Fallschirmsprung zurück – und habe abermals wieder mal beinahe meine Brille verlegt 😀 Ich hatte sie vor Beginn der Wanderung auf dem Autodach von Katrinas Campervan zwischengeparkt, als ich mich brav mit Sonnenschutz sowie Moskitoschutz eincremte. Nach den ersten ca. 10 Minuten der Wanderung fiel mir dann plötzlich auf, dass ich gar nicht so scharf sehen kann…wo war die Brille noch gleich?! 🙈
Egal, wir sind also weiter ins Nirvana gestiefelt; war schon ziemlich abgelegen dort und die Beschilderung des Wanderwegs war auch mehr so eine vage Idee als sonstwas…nach ca. 1 1/2 Stunden waren wir dann wieder am Auto und siehe da, die Brille lag noch an Ort und Stelle – Katrinas Bedenken, dass jemand die Brille „stehlen“ könnte, waren also umsonst.

In Neuseeland passiert sowas eben generell nicht und falls doch: was will schon jemand mit (m)einer Brille? Zur Not hätte ich eh noch eine Zweitbrille dabei und auch ohne Brille komme ich – Autofahren mal ausgenommen – ja auch durchaus zurecht. Bin ja mittlerweile sooooo alt, dass sich meine Kurzsichtigkeit offenbar so langsam in die entgegengesetzte Richtung entwickelt…😇😰🧐
Als wir dann frühabends am Hotel zurück waren, hatten wir „Familiennachwuchs“ – Tuyen, eine Deutsche (was auch sonst?! 😉 ) vietnamesischer Abstammung aus München erwartete uns schon…“Du musst Tobi sein, richtig? Wie war der Sprung?“ Tuyen war „leider“ (oder zum Glück? 😉 ) unfreiweillig im Hotel, weil sie mit ihrem ollen runtergerockten Campervan in der Nähe des Franz-Josef-Gletschers liegen geblieben war und sich dann bis zur Werkstatt in Whataroa schleppen ließ…scheint öfter zu passieren, wie sich später noch herausstellen sollte…
Wir haben dann jedenfalls zusammen gekocht, gegessen und anschließend mal wieder bis um 3 oder 4 Billard gespielt und uns an der coolen Jukebox erfreut…🙃😎
Der ursprüngliche Plan, das Hotel dann nach der zweiten Nacht zu verlassen löste sich spätestens dann in Wohlgefallen auf, als Hotelmama Mads am nächsten Morgen mit dem Hinweis um die Ecke kam, dass abends bei ihrem Bruder Danny ein Barbecue auf dem Programm steht – tagsüber würde ihre 12jährige Tochter, ebenfalls Madeleine (Rufname Maddy) genannt, uns als Whataroa-Tourguide dienen. Maddy, die zunächst ziemlich schüchtern war, führte uns also in die Pampa von Whataroa, wo es zum einen ein sehr nettes Flüsschen – namens Waitangitaona River – zu sehen gab und zum anderen eine ziemlich versteckte Kurzwanderung mit einem grandiosen Blick auf die Gletscher. Das Flüsschen war dann einfach zu attraktiv, um dort nicht baden zu gehen – Tuyen’s Aussage „Wenn du reinspringst, springe ich auch rein“ musste ich mir nicht zwei mal sagen lassen 😛

Zugegebenermaßen, das Flüsschen war schon ziemlich kalt, keine Ahnung, warum Maddy’s Beine nach gefühlt halbstündigem Aufenthalt nicht eingefroren waren…nach dieser schönen Erfrischung ging’s zurück zum Hotel, wo wir auf Victor und einen zweiten (!) Tobi trafen:

Victor und Tobi

Victor war zusammen mit seinem Hund namens Tobi 🙂 gerade aus Greymouth am Hotel angekommen, um „neue“ Möbel und Küchenzubehör für’s Hotel anzuliefern – Mads hatte ein paar Tage zuvor ins Blaue hinein irgendeine Bestellung aufgegeben, von der sie selbst nicht genau wusste, was diese beinhalten würde…🤣 Erwartet hatte sie „some good tables, some nice chairs and some parts from a professional kitchen“ – bekommen hat sie dann letztendlich tatsächlich ca. 15 stabile, quadratische, brauchbare Tische (für die Bar/das Restaurant), extrem unbequeme, durchgesessene Stühle mit Kunstlederbezug 👀 sowie ein zusammengewürfeltes Sammelsurium von ranzigem, zugefettetem Metall, woraus man angeblich irgendwie eine Küche zusammenzimmern können soll…selbst Victor musste immer wieder ein wenig Schmunzeln, als er uns das Zeug aus dem Truck anreichte:
Victor: „Mads, you’ve got any idea or plan what you gonna do with THIS?“
Mads: „No idea. Not at all. I’ll figure something out…Tobi, Katrina, Tuyen – what do you think?“
Von uns dreien fand‘ keiner irgendwelche Worte, ich denke, unsere Blicke sagten alles…😅

Begleitet wurde diese ganze Aktion dann auch noch von einem Junggesellenabschied! 😂 Die Jungs hatten sichtlich Spaß, uns beim Ausladen zuzuschauen und wie es sich scheinbar auch in Neuseeland gehört, machte sich der angehende Bräutigam im rosa Tütü 🤡🌺 zum Affen – passend dazu war ja gerade Karneval in Deutschland…

Danach bereiteten wir noch ein paar Sachen für das Barbecue vor, welches eigentlich so um 8 Uhr losgehen sollte…letztendlich waren wir um viertel nach 9 da, weil Mads noch tausend Dinge, die ihr passend zu ihrer flippigen und verpeilten Art so immer mal wieder spontan eingefallen sind, vorher erledigen musste…zum Beispiel so gegen 5 Uhr am Nachmittag:
„Oh shit, I gotta clean our Airbnb house, my guests will arrive at 6pm! Could you maybe lend me a hand or two?!“ 😀
Na klaro, innerhalb der „Familie“ unterstützt man sich schließlich, wo man kann 😉 Das Airbnb-Häuschen war dann eine echte Überraschung für uns (also Katrina, Tuyen und mich) – ein total süß hergerichtetes Häuschen, mit tollem Holzdielenboden, schön eingerichteten Zimmern und vor allem tollen Fenstern; jedes Fenster hatte oben noch ein kleines ‚Oberlicht‘ aus gelbem und grünem Buntglas. Hier schnell ein paar Bilder:

Das Haus

Das Wohn-/Eßzimmer/Die Küche

Das Wohnzimmer und die schönen Fenster

Sollte Mads diesen Stil auch nur ansatzweise im Hotel Whataroa umsetzen, würde aus dem Hotel eine echte Perle…fast wollte ich an dieser Stelle verschweigen, dass das Airbnb-Häuschen weniger Mads Werk ist, als das ihres Parters Ian. Der hat nur leider genauso wenig Zeit wie Mads, um irgendwas am Hotel zu machen…tags drauf äußerte er sich gegenüber mir in Bezug auf das Hotel sinngemäß von einem „crazy, neverending, silly project“. Mads selbst meinte auf meine Frage, was sie sich dabei gedacht hat, diese Bruchbude zu kaufen „Well…that must’ve been totally related to the word mad in my name -> mad Mads“. 🙈😂
Zurück zum Airbnb: Katrina verausgabte sich am Bügeleisen, Tuyen am Staubsauger und Maddy und ich bezogen die Betten – während Mads das tat, was sie immer tut: kreuz und quer planlos hin und her laufen 😀 Zwischendurch „beorderte“ mich Mads für einen kurzen Taxidienst zum Hotel – meine erste Erfahrung mit Linksverkehr UND manueller Schaltung – Mads Jeep, ein guter Suzuki ließ sich prima fahren 😎.
Maddy forderte mich zwischendurch noch zu einem „running contest“ around the house auf, ohne vorher darüber aufzuklären, dass man hinter dem Haus über eine Mauer klettern muss, um ums Haus herum zu kommen – in der ersten Runde war ich also absolut chancenlos! 😰

Irgendwann gegen kurz nach neun trudelten wir dann zum Barbecue ein – mit einem für Mads Bruder Danny, eher traurigen Anlass, wie wir dann erfuhren…

Fortsetzung folgt.

Plumps…

tobias am 19. März 2019 um 02:48

…hat es zum Glück nicht gemacht 🙂

(Anm. des Autors: Mist, der Beitrag ist eigentlich schon vom 10. März, aber irgendwie wurde er gar nicht richtig freigeschaltet. Das hole ich dann hiermit nach)

Wo ich grad auf meinen Weiterflug nach Brisbane warte, schreib ich doch noch mal was zu meinem Fallschirmsprung bzw. Skydive 😀 Der ein oder andere wird vermutlich schon die Fotos gesehen haben…hier nochmal schnell der Link zu den Fotos (klick mich)!

Tjaaaa…also vorgenommen hatte ich es mir ja schon seit Jahren, das mal zu machen. Aber anscheinend brauchte es für die Umsetzung diesen gewissen kleinen Schubs von ‚Hotel-Mama‘ Mads 😛

Ihr Angebot konnte ich ja unmöglich ablehnen, zumal ich morgens am Flugplatz die Halle vom Skydive schon gesehen hatte und vor meinem Rundflug (Fotos folgen noch!) à la Freudscher Versprecher direkt mal auf deren Parkplatz geparkt hatte, um festzustellen, dass ich da wohl falsch bin – naja, so falsch war das gar nicht 😉

Also fuhr ich nachmittags nochmal zum Flugplatz, setzte vorher noch Katrina beim Heliflug ab, um mich dann tatsächlich aus dem Flugzeug zu stürzen – hier in Neuseeland würde man dazu dann wohl ‚Good on ya, mate‘ sagen.

Neben mir sprang noch ein – natürlich deutsches! – junges Pärchen aus 16.500 Fuß. Freifalldauer 60 Sekunden und danach dann noch 5 Minuten mit dem Fallschirm rumgleiten 🙂

Ich hatte Glück mit meinem Tandempartner, der sehr entspannt und zum Scherzen aufgelegt war – im Gegensatz zu einem anderen Springer, der irgendwie angespannt wirkte und Annas Freund gefühlt 100 Mal erklärte: ‚Banana, banana – remember that? You have to get into the same shape as a banana. Hold your head back, feet back and push the rest of your body forward. Banana. Got it?!‘.

Nun ja…fand‘ ich ein bisschen nervig sein Geplappere. Nach dem Anlegen des Overalls und der Sicherheitsgurte sowie der kurzen Sicherheitsunterweisung ging es dann schnurstracks in das kleine – gelbe 🙂 – Flugzeug, wo wir dann kurz vor dem Abflug uns schon einmal auf die Kante setzten, um eine kleine Trockenübung vor dem richtigen Sprung machten 👀

Ich war ein wenig irritiert, dass mein Tandempartner und ich nicht schon vor dem Einsteigen ins Flugzeug miteinander vergurtet/-bändelt wurden – das passierte erst im Flugzeug 🧐 Naja, soll schon wohl schiefgehen, dachte ich…der Moment, wo die Tür dann letztendlich zuging und wir Richtung Start fuhren, war dann schon etwas nervenaufreibend, denn das war dann wohl der point of no return. Nachdem wir dann abhoben gab es mehrere Angst-Faktoren: der immer wiederkehrende Blick auf den Höhenmesser am Armgelenk des Sprungpartners und die Gewissheit, dem Moment des Wahnsinns stets ein wenig näher zu kommen…10.500 Fuß, 10.600 Fuß, 10.700 Fuß, dem freundlichen Hinweis, doch jetzt mal bitteschön die Sauerstoffmasken aufzusetzen und damit ruhig und tief einzuatmen (muss das so?! Naja, wenn das Flugzeug abstürzt, ist das ja mal ausnahmsweise nicht mein Problem, ich nehme diesmal ja den kürzeren Weg nach unten 😋) sowie der dann doch eher bedrohlich wirkenden Musik, die nebenbei im Flugzeug lief und mehr an Horrorfilm als Karneval erinnerte 🙈

Blick aus dem Flieger:

Und Tobi mit Sauerstoffmaske:

Und tatsächlich: bei 16.500 Fuß öffneten die wirklich diese Tür, so dass es plötzlich schön windig wurde im Flugzeug. Zuerst sprangen dann die drei Spaßmacher vom Dienst mit einem ziemlich synchronen Vorwärtssalto raus – Respekt! 🙃

Danach konnte ich dann beobachten, wie Annas Freund als erster an der Reihe war, bevor ich dann an der Reihe war…langsam robbten wir uns zu zweit erst bis an die offene Flugzeugkante, bevor ich dort einen kurzen Blick nach unten riskieren ‚durfte‘ – ein merkwürdiges, komisches & unbeschreibliches Gefühl. Dass ich beim Absprung die Arme zunächst verschränken und den Kopf in den Nacken legen sollte, machte es dann wohl eher leichter, denn man schaut dann in dem Moment, wenn man aus dem Flugzeug fällt, ja nicht herunter – sieht dann in etwa so aus:

Und Bruchteile später sieht man dann natürlich alles; die knapp 5 Sekunden, die vergehen, bis man die Fallgeschwindigkeit von gut 200 km/h und eine stabile Position erreicht, sind dann schon vorbei. Dann gab es einen kleinen Klaps auf die Schulter – das Zeichen, die Arme und Hände ausstrecken zu dürfen, um die endgültige Fallposition einzunehmen. Tja…und dann kann man es entweder schrecklich aufregend finden oder es eher genießen. Bei mir war Letzteres der Fall – der Moment des Absprungs war schon furchteinflößend, im eigentlichen freien Fall kann man dann prima von oben auf die Erde schauen bzw. sich mal Richtung Gletscher und mal Richtung Strand/Küste drehen 🙃 Super Ausblick jedenfalls von der oben 😎 Bei meinem Sprung hatte es sich dann zum Nachmittag ein wenig zugezogen, weswegen wir quasi in eine durchlöcherte Wolkendecke blickten – und quasi in dem Moment, als wir diese erreichten, öffnete sich der Fallschirm. Das fühlt sich wohl in etwa so an, als wenn gegen eine Wand rennt – die Bremswirkung ist jedenfalls enorm! Als ob man plötzlich in der Luft „stehen“ bleibt…damit war dann leider der aufregende Teil des Sprungs auch schon vorbei.

Den Fallschirm durfte ich dann auch noch für eine Weile selbst steuern (rechts ziehen -> nach rechts lenken, links ziehen -> nach links lenken). Ist quasi wie Drachen fliegen, nur dass man selber der Drache ist 🙂 Der Ausblick ist auf der Höhe dann natürlich auch nicht mehr soooo atemberaubend wie noch kurz vorher. Verbleibt also als Spannung bringendes Element noch die Landung. Die geschieht in aller Regel, indem man die Beine anzieht und ausstreckt, so dass man auf dem Allerwertesten rutschend auf dem Gras landet. Wir hatten anscheinend aber ein prima Timing und konnten stehend landen – sweet! 😊

Während Anna & ich uns nach dem Sprung dann entspannt unterhielten, sagte Annas Freund nach dem Sprung kein Wort mehr – der war echt fertig. Wir alle hatten auch Probleme mit dem Druckausgleich – Schmerzen hatte ich zwar keine, aber mein rechtes Ohr war für einen guten Tag lang extrem dumpf bzw. fast taub…🙄 Darüber wurde vorher allerdings aufgeklärt, dass sowas schon mal passieren kann, insofern war ich nicht allzu besorgt…

Summa summarum ein richtig cooles Erlebnis oder um es mit den Worten des Babies aus „Die Dinos“ auszudrücken: Nochmal, nochmal! 🤪