Hotel Whataroa – zweiter Teil

Sitze grad im Flieger nach Melbourne und versuche die Zeit mal sinnvoll zu nutzen – die Sitznachbarn machen keinen besonders gesrpächigen Eindruck 😉
Zum Fallschirmsprung hab‘ ich mich ja schon hier geäußert. 🙂 Kann man schon mal machen – durchaus wiederholungsbedürftig! 😉 (warum ist mir grad bloß „zufälligerweise“ die Broschüre von skydive.com.au in die Hände gefallen? 😇 Am Great Barrier Reef sind die Sprünge sogar noch deutlich günstiger…😋)

Nun ja – zurück also zum Hotel Whataroa…es ist also Freitag, Tag 2 im „Hotel“. Ich komme nach einer kleinen Wanderung mit Katrina im Nirgendwo am Lake Wahapos selig vom Fallschirmsprung zurück – und habe abermals wieder mal beinahe meine Brille verlegt 😀 Ich hatte sie vor Beginn der Wanderung auf dem Autodach von Katrinas Campervan zwischengeparkt, als ich mich brav mit Sonnenschutz sowie Moskitoschutz eincremte. Nach den ersten ca. 10 Minuten der Wanderung fiel mir dann plötzlich auf, dass ich gar nicht so scharf sehen kann…wo war die Brille noch gleich?! 🙈
Egal, wir sind also weiter ins Nirvana gestiefelt; war schon ziemlich abgelegen dort und die Beschilderung des Wanderwegs war auch mehr so eine vage Idee als sonstwas…nach ca. 1 1/2 Stunden waren wir dann wieder am Auto und siehe da, die Brille lag noch an Ort und Stelle – Katrinas Bedenken, dass jemand die Brille „stehlen“ könnte, waren also umsonst.

In Neuseeland passiert sowas eben generell nicht und falls doch: was will schon jemand mit (m)einer Brille? Zur Not hätte ich eh noch eine Zweitbrille dabei und auch ohne Brille komme ich – Autofahren mal ausgenommen – ja auch durchaus zurecht. Bin ja mittlerweile sooooo alt, dass sich meine Kurzsichtigkeit offenbar so langsam in die entgegengesetzte Richtung entwickelt…😇😰🧐
Als wir dann frühabends am Hotel zurück waren, hatten wir „Familiennachwuchs“ – Tuyen, eine Deutsche (was auch sonst?! 😉 ) vietnamesischer Abstammung aus München erwartete uns schon…“Du musst Tobi sein, richtig? Wie war der Sprung?“ Tuyen war „leider“ (oder zum Glück? 😉 ) unfreiweillig im Hotel, weil sie mit ihrem ollen runtergerockten Campervan in der Nähe des Franz-Josef-Gletschers liegen geblieben war und sich dann bis zur Werkstatt in Whataroa schleppen ließ…scheint öfter zu passieren, wie sich später noch herausstellen sollte…
Wir haben dann jedenfalls zusammen gekocht, gegessen und anschließend mal wieder bis um 3 oder 4 Billard gespielt und uns an der coolen Jukebox erfreut…🙃😎
Der ursprüngliche Plan, das Hotel dann nach der zweiten Nacht zu verlassen löste sich spätestens dann in Wohlgefallen auf, als Hotelmama Mads am nächsten Morgen mit dem Hinweis um die Ecke kam, dass abends bei ihrem Bruder Danny ein Barbecue auf dem Programm steht – tagsüber würde ihre 12jährige Tochter, ebenfalls Madeleine (Rufname Maddy) genannt, uns als Whataroa-Tourguide dienen. Maddy, die zunächst ziemlich schüchtern war, führte uns also in die Pampa von Whataroa, wo es zum einen ein sehr nettes Flüsschen – namens Waitangitaona River – zu sehen gab und zum anderen eine ziemlich versteckte Kurzwanderung mit einem grandiosen Blick auf die Gletscher. Das Flüsschen war dann einfach zu attraktiv, um dort nicht baden zu gehen – Tuyen’s Aussage „Wenn du reinspringst, springe ich auch rein“ musste ich mir nicht zwei mal sagen lassen 😛

Zugegebenermaßen, das Flüsschen war schon ziemlich kalt, keine Ahnung, warum Maddy’s Beine nach gefühlt halbstündigem Aufenthalt nicht eingefroren waren…nach dieser schönen Erfrischung ging’s zurück zum Hotel, wo wir auf Victor und einen zweiten (!) Tobi trafen:

Victor und Tobi

Victor war zusammen mit seinem Hund namens Tobi 🙂 gerade aus Greymouth am Hotel angekommen, um „neue“ Möbel und Küchenzubehör für’s Hotel anzuliefern – Mads hatte ein paar Tage zuvor ins Blaue hinein irgendeine Bestellung aufgegeben, von der sie selbst nicht genau wusste, was diese beinhalten würde…🤣 Erwartet hatte sie „some good tables, some nice chairs and some parts from a professional kitchen“ – bekommen hat sie dann letztendlich tatsächlich ca. 15 stabile, quadratische, brauchbare Tische (für die Bar/das Restaurant), extrem unbequeme, durchgesessene Stühle mit Kunstlederbezug 👀 sowie ein zusammengewürfeltes Sammelsurium von ranzigem, zugefettetem Metall, woraus man angeblich irgendwie eine Küche zusammenzimmern können soll…selbst Victor musste immer wieder ein wenig Schmunzeln, als er uns das Zeug aus dem Truck anreichte:
Victor: „Mads, you’ve got any idea or plan what you gonna do with THIS?“
Mads: „No idea. Not at all. I’ll figure something out…Tobi, Katrina, Tuyen – what do you think?“
Von uns dreien fand‘ keiner irgendwelche Worte, ich denke, unsere Blicke sagten alles…😅

Begleitet wurde diese ganze Aktion dann auch noch von einem Junggesellenabschied! 😂 Die Jungs hatten sichtlich Spaß, uns beim Ausladen zuzuschauen und wie es sich scheinbar auch in Neuseeland gehört, machte sich der angehende Bräutigam im rosa Tütü 🤡🌺 zum Affen – passend dazu war ja gerade Karneval in Deutschland…

Danach bereiteten wir noch ein paar Sachen für das Barbecue vor, welches eigentlich so um 8 Uhr losgehen sollte…letztendlich waren wir um viertel nach 9 da, weil Mads noch tausend Dinge, die ihr passend zu ihrer flippigen und verpeilten Art so immer mal wieder spontan eingefallen sind, vorher erledigen musste…zum Beispiel so gegen 5 Uhr am Nachmittag:
„Oh shit, I gotta clean our Airbnb house, my guests will arrive at 6pm! Could you maybe lend me a hand or two?!“ 😀
Na klaro, innerhalb der „Familie“ unterstützt man sich schließlich, wo man kann 😉 Das Airbnb-Häuschen war dann eine echte Überraschung für uns (also Katrina, Tuyen und mich) – ein total süß hergerichtetes Häuschen, mit tollem Holzdielenboden, schön eingerichteten Zimmern und vor allem tollen Fenstern; jedes Fenster hatte oben noch ein kleines ‚Oberlicht‘ aus gelbem und grünem Buntglas. Hier schnell ein paar Bilder:

Das Haus

Das Wohn-/Eßzimmer/Die Küche

Das Wohnzimmer und die schönen Fenster

Sollte Mads diesen Stil auch nur ansatzweise im Hotel Whataroa umsetzen, würde aus dem Hotel eine echte Perle…fast wollte ich an dieser Stelle verschweigen, dass das Airbnb-Häuschen weniger Mads Werk ist, als das ihres Parters Ian. Der hat nur leider genauso wenig Zeit wie Mads, um irgendwas am Hotel zu machen…tags drauf äußerte er sich gegenüber mir in Bezug auf das Hotel sinngemäß von einem „crazy, neverending, silly project“. Mads selbst meinte auf meine Frage, was sie sich dabei gedacht hat, diese Bruchbude zu kaufen „Well…that must’ve been totally related to the word mad in my name -> mad Mads“. 🙈😂
Zurück zum Airbnb: Katrina verausgabte sich am Bügeleisen, Tuyen am Staubsauger und Maddy und ich bezogen die Betten – während Mads das tat, was sie immer tut: kreuz und quer planlos hin und her laufen 😀 Zwischendurch „beorderte“ mich Mads für einen kurzen Taxidienst zum Hotel – meine erste Erfahrung mit Linksverkehr UND manueller Schaltung – Mads Jeep, ein guter Suzuki ließ sich prima fahren 😎.
Maddy forderte mich zwischendurch noch zu einem „running contest“ around the house auf, ohne vorher darüber aufzuklären, dass man hinter dem Haus über eine Mauer klettern muss, um ums Haus herum zu kommen – in der ersten Runde war ich also absolut chancenlos! 😰

Irgendwann gegen kurz nach neun trudelten wir dann zum Barbecue ein – mit einem für Mads Bruder Danny, eher traurigen Anlass, wie wir dann erfuhren…

Fortsetzung folgt.

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