Im Dunst der Frittenbuden…

…oder mit anderen Worten:
Willkommen auf Mauritius! 😛

So, nach nur effektiv rund 17 Stunden Anreise 😏🥱😩 sind wir nun auf der anderen Erdhalbkugel im ganz schön schönen Mauritius angekommen. 🤗😎😍
Und nein, die Postkartenfotos von Mauritius, die man so kennt, täuschen nicht – das Meer und die Strände hier sind wahrhaftig traumhaft schön! 🤪
Und es ist wieder mal erstaunlich zu sehen, was man in gerade einmal v i e r Tagen alles so erleben kann – mehr als genug Stoff für einen Klatschroman, ach was, für gleich einen ganzen Klatschroman-Band! 😁

Aber mal schön der Reihe nach:
Die Anreise selbst hat uns ganz schön geschafft. Trotz Nachtflug, bei dem man ja eigentlich idealerweise nach dem Start einschläft und vor dem Landeanflug wieder wach wird 🤭 Hat bei mir super geklappt! 🤕🤥
Wieso kann ich bloß überall schlafen wie ein Murmeltier, nicht aber dann, wenn es mal sinnvoll wäre? 🙈 Wer hat eigentlich die Sitze im Flugzeug so eng aneinander gereiht? Und wieso sind die Sitze so unbequem wie ein einfacher Klappstuhl? Warum schnarchen so viele Menschen? Warum muss ausgerechnet meine direkte Sitznachbarin links von mir Schnarch-Weltmeisterin sein (zur Klarstellung: Bine saß rechts neben mir!)? 🤔 Warum sind Ingenieure unfähig, das laute Grundrauschen des Flugzeugs nicht viel besser zu unterdrücken? Warum besteigt man in quasi-noch-Pandemie-Zeiten ein Flugzeug mit akutem Reizhusten? Wer produziert lichtdurchlässige (!) Schlafmasken? 🤐
Das könnte ich jetzt noch lange so fortführen…😉
Viele Dinge haben auch wirklich gut geklappt. Denn erstmal gab’s nach dem Start direkt das gute réunionnaise Dodo-Bier 😍🥰🤤
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Unseren umgebuchten Weiterflug konnten wir trotz „nur“ ca. 1h45 Umsteigezeit locker nehmen, auch wenn Bine bei der Gepäckausgabe auf La Réunion ins Schwitzen kam, weil ihr Reiserucksack einfach nicht auf’s Band purzeln wollte 🤭
Im kurzen Flug rüber nach Mauritius (ca. 30 Minuten Flugdauer! 😬) haben wir – vermutlich aufgrund der Umbuchung – die Plätze mit XXL-Beinfreiheit spendiert bekommen. Die verfrühte Ankunft auf Mauritius stellte den Auto-Verleih-Dealer unseres Vertrauens auch vor keine allzu großen Probleme; der schien da so viele Autos zu verleihen, dass wir einfach das erstbeste nehmen konnten (für die Autofans: einen Toyota Vitz mit Automatikgetriebe und satten 67 PS 😎). Natürlich ein Rechtslenker, schließlich herrscht auf dieser Insel hier Linksverkehr! Bine war als Beifahrerin erstmal ganz schön hibbelig auf der ca. 1stündigen Fahrt zu unserer ersten Unterkunft „Chez Pepe“ 🙊

Unser kleiner Flitzer
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Auch der dortige verfrühte Check-In ging problemlos, auch wenn der Besitzer von uns vermutlich wohl gerade mitten in seiner Siesta gestört wurde. Bei >= 30°C im Schatten und einem UV-Index von 11 bis 12 – die Skala geht bis 12 🙄🤐, in Deutschland erreichen wir selbst an den extremsten Tagen gerade mal einen Index von 8 – bleibt selbst den Einheimischen in den Mittagsstunden (von 11-15 Uhr) nichts anderes übrig, als sich schlichtweg von der Sonne fern zu halten. Man „fühlt“ diesen krassen UV-Index tatsächlich auf der Haut. Wenn man z.B. die Handinnenfläche nach oben zur Sonne hin ausrichtet, ist es ungefähr so, als ob jemand ein Brennglas gezielt darauf ausgerichtet hätte. Es fängt dann tatsächlich an, direkt spürbar zu kribbeln! 😮😱
Die Unterkunft selbst ist ein nettes, großzügig angelegtes 1-Zimmer-Appartement. Doppelt so groß wie in Paris, halb so teuer! 😋 Alles (Herd, Mikrowelle, Kühlschrank, Wasserhähne, Türen, Dusche, Klimaanlage) funktioniert so, wie es soll und wir haben sogar einen Balkon mit Meerblick! 😍🥰🤩🌅🏝

Das Appartement

Frühstück auf dem Balkon
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Dumm nur, dass wir nicht nur durch eine sehr viel befahrene und damit laute Straße vom Strand getrennt sind, sondern uns hier auch mitten in der Frittiermeile des Westens der Insel befinden. Hier wird so ziemlich alles frittiert und offenbar ist das Öl zum Frittieren auch noch so billig, dass man Heißluftfritteusen wohl vergeblich suchen wird 😆 Oder vielleicht wird das Öl auch nur einfach besonders häufig wiederverwendet? Gibt dann vermutlich noch besseres Aroma! Lecker! 🤤 Ob unsere auf dem Balkon getragenen Klamotten diesen feinen, aromatischen, süßlichen und unwiderstehlichen Duft wohl jemals wieder abgeben werden? 🤨😨😵
Ohne Witz, mit dem Essen kann hier wohl kaum einer so richtig angeben, abgesehen von den privaten Restaurants (dazu später mehr 😊). Zugegeben, in einem der Touristenorte schlechthin muss man vielleicht auch nicht erwarten, dass es anderes bzw. besseres Essen gibt, als solches, was halt so auf die typischen Touris zugeschnitten ist. Die Küche ist insgesamt eher einfach und man kocht halt das, was man günstig erstehen kann (Mauritius ist vergleichsweise teuer und die Einkommen hier sind ziemlich niedrig, auch dazu gleich noch mehr…).
Da macht das regionale Obst schon sehr viel mehr her – aromatische Papaya, Mango, Ananas, kleine Bananen und auch eingelegte Hülsenfrüchte des Tamarindenbaums sind einfach ein Genuss! 🤤😋

Und wie ist es sonst so, auf dieser Trauminsel? Wie oben schon angedeutet: die Strände und das Meer sind sehr schön und die Mauritier sind ein sehr nettes Völkchen, welches offenbar ebenso wie die Reunionaisen gerne picknickt und dabei lokale Musik hört und dazu tanzt ☺ Es gibt tatsächlich sogar eine eigene Musikrichtung hier, der sogenannte Seggae. Freundliche, fröhliche, rhythmische Musik! 🎷🎺🎶

Am Strand

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Mich persönlich haben viele Dinge direkt an Indien erinnert. Das kommt natürlich nicht ganz von ungefähr, schließlich stammen gut 2/3 der Einwohner vom indischen Subkontinent. So zahlt man hier mit der (mauritischen) Rupie, wobei die Umrechnung selbst einen zahlenaffinen Menschen wie mich doch immer wieder ins Stocken bringt – 100 Rupien sind ca. 2,21€ bzw. 1€ sind ca. 45 Rupien 🤨
Das Straßenbild hier ist oft ähnlich wie in Indien. Arm (Grundstücke, die wie Müllhalden anmuten) und reich (feine, gut gepflegte Villen) liegt oft direkt nebeneinander, es gibt viele streunende Hunde, man sieht oftmals ein chaotisch anmutendes Wirrwarr von Oberleitungen, Bürgersteige sind quasi nicht-existent und die bewohnten Grundstücksflächen sind in aller Regel umzäunt. Straßennamen? Hausnummern? Fehlanzeige!
Das in Indien übliche „Sicherheitspersonal“ zum Schutz der Häuser ist aber offenbar den modernen Sicherheitssystemen (z.B. Kameras) gewichen. Kein Wunder, liegt doch das Durchschnittseinkommen hier etwa 5 mal höher, als in Indien, d.h. Personal ist hier im Vergleich zu Indien nicht quasi-umsonst (der Mindestlohn in Indien beträgt in etwa 2,50€ am Tag (!)). 5 mal höher klingt ja fast nach viel – der durchschnittliche Deutsche verdient wiederum gut 5 mal so viel wie der Mauritier, dabei sind die Lebenshaltungskosten in Deutschland gerade mal 125% höher als hier auf Mauritius. Zu viele Zahlen? Anders ausgedrückt:
Der Durchschnittsdeutsche gibt in etwa knapp 400€ im Monat für Essen und Trinken aus, hat im Monat aber im Schnitt 2000€ zur Verfügung. Auf Mauritius kosten Waren im Allgemeinen etwas weniger als die Hälfte als bei uns, also ca. 170€, dabei verdient der Mauritier in etwa 400€.
Wenn man nun bedenkt, dass ein Essen hier im Restaurant für 2 Personen mit gut 40-50€ zu Buche schlägt, hat man ungefähr eine Idee davon, wie reich bzw. arm die Leute hier im Schnitt sind. Und wenn man nun noch bedenkt, dass mein Vergleich eine ziemliche Milchmädchenrechnung ist, da Lebensmittel hier abgesehen von Grundnahrungsmitteln deutlich teurer sind als in Deutschland…ok, lassen wir das 😏

🤨
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Das Straßenbild fernab der Strände
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Am Donnerstag haben wir jedenfalls erstmal den höchsten Berg von Mauritius erklommen – satte 828 Höhenmeter! Ich verrate besser nicht, dass der Startpunkt der Wanderung bereits auf über 600m liegt…🤐🤫 Der Startpunkt ist übrigens einer der Hotspots, zu dem offenbar die Gäste der Luxushotels gekarrt werden. Aber nicht etwa, um sie dann auf den höchsten Berg mit dieser wahrhaftig sehr schweren Wanderung 😉 zu schicken, sondern weil es dort eine Art Terrasse gibt, von der aus man prima in den Black River Gorges National Park schauen kann. In dem Park findet man im Grunde die letzten zusammenhängenden ursprünglichen Waldflächen. Denn nachdem der Mensch die Insel etwa ab dem Laufe des 17. Jahrhunderts besiedelte, sind auf Mauritius nunmehr weniger als 5% (!) der ursprünglichen Flächen noch vorhanden – der Rest fiel der Besiedelung und vor allem der Rodung zum Anbau von Zuckerrohr zum Opfer 🙄😔😢
Hier noch ein paar Eindrücke von der Wanderung:
Der Weg
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Ausblick in den Nationalpark
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Oben angekommen 😄
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Der Ausblick
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Ziemlich grün! 💚
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Nach der Wanderung haben wir noch einen kleinen Abstecher zur heiligsten Pilgerstädte der Hindus hier auf Mauritius gemacht, dem Grand Bassin. Ein vergleichsweise kleiner See, um den zahlreiche Statuen diverser Hindu-Götter zu finden sind. Am Eingang des Areals finden sich zwei riesige Shiva-Statuen mit etwa 33 Meter Höhe 😱. Wirklich beeindruckend! Schade, dass meine indischen Freunde (vgl. u.a. diesen Beitrag, beste Grüße an Rohit, Sagar und Kiran 😊) nicht mit uns unterwegs waren, denn zu den verschiedenen Gottheiten hätte es sehr viel zu erzählen und zu erfahren gegeben…daher haben wir uns einfach in die Nähe des ein oder anderen Guides gestellt und heimlich gelauscht 😛🤫😇

Shiva mit Löwe
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Weitere Gottheiten
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Tags drauf haben wir einen Bootsausflug gemacht. Es gab Wale und Delphine zu bestaunen! 🐳🐬🤩 Ich hatte das Glück, gleich zwei Mal direkt oberhalb von ein paar Delphingrüppchen unter mir zu schnorcheln und ein Weilchen mit zu schwimmen. Sehr elegante Tiere! 😍🙂

Warten auf den bzw. die Wale
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Ein abtauchender Pottwal
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Fun Fact:
Wusstet ihr, dass der Pottwal im Englischen „Sperm whale“ heisst und falls ja, warum das so ist? Nein? Die einfache Erklärung lautet: sie haben Sperma im Kopf! Vgl. Wikipedia! 😁

Wie man die verschiedenen Religionen hier (Hinduismus, Christentum, Islam, Buddhismus) unter einen Hut bringt, haben wir dann am Freitag Abend bei Hélène erfahren dürfen 😀 Hélène ist eine Mauritierin, die es liebt, ihren Gästen die heimischen Kochkünste und alles Wissenswertes rund um Mauritius näher zu bringen. Sie hängt keiner konkreten Religion an, sondern sieht das ganze eher pragmatisch: jeder glaubt an irgendeine Form von Gott, aber niemand weiß, wie diese aussieht. So findet man auf ihrer Terrasse auch die Hindu-Gottheit Ganesha, einen Buddha sowie die christliche Maria. Und einen Frosch 🐸
Durch einen glücklichen Zufall haben wir Hélènes Angebot via Google gefunden – sie bekocht ihre Gäste in ihrer ziemlich luxuriösen Villa ein paar Straßen fernab des Strandes. Dort hat sie auch ein kleines Studio, in welches man sich einmieten kann. Hätten wir das bloß früher gewusst! 😮 Außerdem ist sie auch immer mal wieder auf La Réunion, wo sie zusammen mit einer Freundin ihre mauritischen Spezialitäten anbietet. Ihr sehr scheuer Mann Eric ist leidenschaftlicher Anstreicher – «Peintre les bâtiments, j’aime ça très fort!» – „Ich liebe es, Häuser anzustreichen!“ Welch ein Glück, dass die Mauritier 1x jährlich all ihre Vorhänge auswechseln 🧐 und zum Jahreswechsel am liebsten das ganze Haus renoviert haben wollen! Hélène findet diese Tradition sehr merkwürdig, meinte aber, dass es gut für Eric’s Job sei. Seine Auftragsbücher sind gerade immerhin übervoll…🤩😄
Und wenn Eric grad mal nicht die Hände voller Farbe hat, hilft er Hélène bei der Zubereitung der Gerichte. Ein sehr süßes Paar bei dem ziemlich klar ist, wer die Hosen an hat! 😆😂🙂
Unser Abend dort war jedenfalls rundum spitze. Wir haben uns supernett unterhalten, viele Dinge erfahren und vor allem ziemlich lecker gegessen. „Leider“ kamen kurz nach uns noch zwei weitere – deutsche – Gäste. Zwei betagte Herren aus Berlin, die nicht nur kaum ein Wort Französisch oder Englisch konnten, sondern auch besondere Wünsche an das Essen hatten („Kein Reis, wir wollen Nudeln!“). Der gesprächigere der beiden hätte uns vermutlich innerhalb von 10 Minuten seine ganze Lebensgeschichte erzählt; wir haben uns darauf beschränkt, die nötige „Übersetzungsarbeit“ zu leisten und uns dann mit Hélène und Eric über die beiden amüsiert 😛

Die Villa
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Unser Platz vor der Außenküche
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Reis mit Sch**** 😉🤗🤤
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Zu guter Letzt haben wir dann gestern noch einen Chilltag eingebaut und den wunderschönen Strand genossen.

Sonnenuntergang am Strand
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Heute wollten wir eigentlich den schönsten Aussichtspunkt der Insel, „Le Morne Brabant“, erklimmen; leider hat sich Bine gestern Abend am Strand eine nicht ganz lebensbedrohliche, aber nicht komplett zu ignorierende Verletzung am Fuß zugezogen, so dass heute kein festes Schuhwerk möglich ist…😶 Naja, werden wir dann sicher gegen Ende nächster Woche noch nachholen. Immerhin ist uns so das frühe Aufstehen heute um ca. 4.45 Uhr erspart geblieben 😁 Das wäre auch wirklich hart geworden, denn inmitten der Partymeile hier haben wir bei dem ganzen Lärm um uns herum heute Nacht kaum geschlafen…😴

Hier noch der Direktlink zu ein paar Fotos der letzten Tage 😊

Ein Kommentar zu “Im Dunst der Frittenbuden…”

  1. Hannah

    Das geht ja schonmal gut los! Ich bin gespannt, wie es weiter geht.. Passt gut auf Euch auf, keine weiteren Verletzungen bitte!!