Mindestens 51²…
(aktuelle fotorealistische Eindrücke – diesmal habe ich jedem Bild einen halbwegs aussagekräftigen Titel verpasst – wie immer auf flickr – klick mich)
Bezugnehmend auf den ‚Mindestens 51…‚-Beitrag von vor ein paar Tagen: es ist für mich an der Zeit, die Sandflies mit Hilfe von konsequent aufgetragenem DEET-haltigen Insektenspray von mir fern zu halten. Das Jucken und damit quasi zwanghaft verbundene Kratzen ist wirklich kein Spaß! 🙁
Zumal ich jetzt so langsam in die Region komme, wo die Viecher offenbar am verbreitetsten sind, nämlich der Westküste und generell dem südlicheren Teil der Südinsel – wie meinte heute noch ein anderer Reisender zu mir: ‚Neuseeland könnte echt das Paradies auf Erden sein – wenn man doch bloß nur diese blöden Sanflies ausrotten könnte, denn die machen das Paradies bisweilen zur Hölle…‘. Passend dazu haben es mir die Mistbiester heute Morgen verunmöglicht, in Ruhe mein Zelt einzupacken; im Grunde hab‘ ich das Zelt am Ende nur möglichst schnell zusammengeknüddelt, um es dann schnell ins Auto zu schmeißen, damit es sich dort wieder entknüddelt…großartig! 😀
Wie auch immer…kurz zur Reiseroute: nach dem Abel Tasman war es in Puponga (ganz oben im Norden) auch ziemlich hübsch (interessanter dünenartiger Strand, sehenswerte Felsen im Wasser am Strand, „lustiger“ ‚Wanderweg‘ querfeldein an Schafen, Kühen und Bullen vorbei) – danach haben sich Caros und meine Wege getrennt, so dass ich nach dem Rückweg wieder zurück in die Zivilisation in Nelson ein Auto angemietet habe, mit dem ich nun unterwegs bin. Dabei handelt es sich um einen Nissan Tiida mit einigen fantastischen Ausstattungsfeatures, als da u.a. wären:
- Eine quasi stufenlose Einstellbarkeit der Rückenlehnen der Vordersitze – perfekt, um mit herausgenommener Kopfstütze eine wirklich ebene Liegefläche für die Nacht zu haben. Der Tipp für dieses besondere Feature dieses Fahrzeugtyps kam von dem ‚Paar‘ aus Kierspe – sehr angenehm & praktisch! 🙂
- Apropos stufenlos: ein CVT-Automatikgetriebe (siehe Wikipedia-Artikel, Grüße nach Hückeswagen und Oberweier 😉 ) – nicht von Hand schalten zu müssen, fühlt sich ja ohnehin schon nach falscher Bevormundung an, aber wenn das Ganze dann auch noch stufenlos passiert, wirkt das noch komischer. Dann beschert es einem immer wieder auf’s Neue ein merkwürdiges Gefühl, denn während beim Durchbeschleunigen der Drehzahlmesser konstant bei z.B. 3500 Umdrehungen ’stehen bleibt‘, bewegt sich die Tachonadel fleissig weiter…verdrehte Welt! (naja, hier in NZ ist ja eh vieles ‚verdreht’… 😛 )
- Ein ausschließlich japanisch ’sprechendes‘ Radio:

- ([Platzhalter für Aufzählung aufgrund technischer Gründe notwendig…])
- dabei wollte ich doch eigentlich meine Französischkenntnisse verbessern 🙁
- Besonders „cool“ ist auch, dass mit diesem Radio nahezu 90% aller Radiosender nicht empfangbar sind, weil in Japan ein anderes Frequenzband genutzt wird (wieder was gelernt – reisen bildet! (vgl. Wikipediaartikel zum UKW-Rundfunk)) 👀 😍
- Noch „cooler“: das Radio hat auch eine Navi-Funktion. Blöd nur, dass es das Auto (trotz GPS?! WTF?!?!) irgendwo mitten in irgendwelchen Städten von Japan verortet, obwohl man hier in Neuseeland auf ulkigen Schotterpisten unterwegs ist…was soll ich sagen: die liebe Technik! 💩🙈
- Keyless Go: praktisch, wenn man keinen Schlüssel zum Starten des Fahrzeug braucht. Führt im Alltag nur leider dazu, dass man nie weiß, wo man denn nun den Schlüssel schon wieder hingelegt hat… 😇🧐
Jedenfalls ging es dann nach Nelson Querbeet rüber an die Westküste. Mit kurzem Zwischenstopp am Buller Gorge mit der längsten Hängebrücke Neuseelands sowie in einem kleinen Örtchen namens Berlins, vorbei an Westport nach Charleston; ich fand‘ den dortigen Strand mit seinen Felsformationen und der Brandung ziemlich sehenswert! Gestern Morgen habe ich dann spontan entschieden, doch noch den one-way-Abstecher hoch in den Norden nach Karamea zu machen – u.a. um die dortigen Höhlen und einen vermittelten Kontakt (Dave & Ursula) spontan aufzusuchen…
Letzteres war ziemlich kompliziert: die Adresse war recht ungenau und selbst die Locals in der (Touri-)Information in Karamea waren sich unsicher, ob die Straße Sunset Heights eher 4 km nördlich oder 4 km südlich von Karamea ist…aus dieser fifty-fifty Chance wurde dann in Wahrheit eher ein Blumenstrauß voller Alternativen, da es in dieser Straße ca. 10 Häuser gibt, aber nicht zu erkennen war, welches denn wohl das Haus von Ursula & Dave ist…also fragte ich mich bei den „Nachbarn“ durch*. „Nachbarn“ deswegen, weil die Häuser durchaus mehrere 100 Meter oder noch weiter auseinander sind – der Erste, den ich fragte, war gerade zugezogen und ahnungslos, beim Zweiten waren zumindest die Namen nicht unbekannt, allerdings der genaue Ort des Hauses…die dritte Nachfrage war dann prinzipiell zwar erfolgreich, aber Ursel & Dave waren einfach nicht anzutreffen – ich probierte es an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, leider vergeblich 🙄 – schade, wäre sicher eine nette Überraschung gewesen 😃 („Hey ihr zwei, ich bin der Tobi und weder ihr kennt mich noch ich kenne euch, aber ein ehemaliger Arbeitskollege von mir meinte, ich soll doch mal kurz bei euch vorbeischauen und euch nett grüßen, falls ich in der Nähe bin – also, hier bin ich und ich verspüre spontan einen großen Kaffeedurst 😇 …na?!“)
*Anm. d. Autors: Hoppala! Gibt es tatsächlich noch etwas, was sich nicht mit Hilfe von digitalen Mitteln à la Google & Co. herausfinden lässt?! Kaum zu glauben…
Nun denn, auch ohne persönliches Treffen war es in Karamea und Umgebung sehr nett. Die ‚Kohaihai‘-DOC (Department of Conversation Conservation)-Campsite war super schön gelegen, allerdings wurde es mir gegen 2-3 Uhr nachts in meinem lediglich 1-lagigen Zelt für elf fuffzig aus’m Warehouse zu feucht & kalt…im Auto war’s dann deutlich gemütlicher 🙂
Heute hab‘ ich mir dann die Höhlen bzw. Kalksteintunnel bei Oparara angesehen – beeindruckend und sehr sehenswert! Und wenn man grad an nix Böses denkt, steht auf der sehr holprigen und windigen Zufahrtsstraße ein Typ neben seinem Campervan, mit dem man eigentlich ausdrücklich nicht diese Straße fahren darf, winkend in der Gegend herum…und schwupps hat man eine vietnamesische Familie, die in Wahrheit seit 20 Jahren in Berlin wohnt (Deutsche, was sonst?!) mit an Bord – Mama, Papa & Tochter. Letztere erinnerte ziemlich stark an Boo aus Monster AG. Süß! 😊
Diese Begegnung war insofern ein schöner Zufall, weil wir unabhängig voneinander wohl kaum bis zum Ende der ‚Crazy Paving Cave‘ gegangen (zum Teil im Kriechgang!) wären – dort erwartete uns dann in völliger Dunkelheit zur Belohnung eine Flut an grünen Glühwürmchen 😎
Nun befinde ich mich gerade in Westport, wo ich mir eine „richtige“ Unterkunft mit warmer (!) Dusche, Wasserkocher u.ä. gegönnt habe, um u.a. in Ruhe die nächsten Tage zu planen…für morgen ist leider Regen angesagt, aber vermutlich bzw. hoffentlich gibt’s danach dann in der Gletschergegend ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, bevor dann ein vielleicht etwas stressiger Abstecher über Queenstown nach Te Anau / Milford Sounds ansteht. Eigentlich hatte ich gedanklich meinen Weiterflug nach Australien schon umgebucht, tatsächlich ist das Flugticket aber nicht stornierbar, so dass ich es verfallen lassen müsste, um für teuer Geld ein neues zu kaufen, um hier noch etwas länger bleiben zu können…🤐
Wenn ich mal eine Südinsel-Karte in halbwegs passendem Maßstab auftreibe, zeichne ich dort nochmal die Strecke nach, die ich zurückgelegt habe…ich krieg‘ das ja selbst schon kaum mehr auf die Reihe, wann ich wo war… 😆